Das Personalpaket des 30-köpfigen Parteivorstands bietet nicht viele Überraschungen und sieht so aus:
- Kaiser steigt zum Landeshauptmannstellvertreter auf und gibt die Zuständigkeit für Frauenfragen an Beate Prettner ab. Die neue Landesrätin erhält auch die Kompetenzen für Umwelt, Energie, Wasser.
- Reinhart Rohr löst Herwig Seiser als Klubobmann ab und wird zusätzlich Parteikassier.
- Die fünf Stellvertreter von Parteichef Kaiser sind Günther Goach, Ana Blatnik, Herwig Seiser, Jakob Strauß und Gerhard Köfer.
- Hans-Peter Schlagholz bleibt Parteigeschäftsführer.
"Sie ist kompetent, eine hervorragende Rednerin und eine Kämpferin für Frauenanliegen", streut Peter Kaiser "seiner" neuen Landesrätin Rosen. Und sie selbst geht bereits auf Konfrontationskurs mit der FPK/VP-Koalition: "Mein Ziel ist und bleibt der Gratiskindergarten", stellt sie von Anfang an klar. Ein klarer Gegensatz zu den FPK-Regierungsmitgliedern, die fast zeitgleich die Streichung des kostenlosen Kindergartens für die Drei- und Vierjährigen bekanntgaben.
Parteichef Kaiser will auch die inhaltliche Arbeit forcieren und erfand gleich einen neuen Namen für die traditionellen "Arbeitsgruppen". Diese heißen jetzt "Foren", sind fünf an der Zahl und beschäftigen sich mit Arbeit, Kommunalpolitik, Frauen, Jugend und Netzwerken.
Kaiser ruft Partei zum Frieden auf
Ganz dürfte der neue SPÖ-Obmann dem Frieden noch nicht trauen, er wiederholte Dienstag zum x-ten Mal seine Forderung: "Ich erwarte, dass jeder dazu beiträgt, dass die SP wieder Nummer 1 in Kärnten wird. Jeder Angriff auf einen Einzelnen ist ein Angriff auf die Partei!"
Kritik der Konkurrenz: "Nur Sessel getauscht"
"In Wahrheit gibt es keinen einzigen Erneuerungsakzent in der SPÖ. Man hat die erfolglosen Gesichter nur etwas durchgemischt und das Ganze mit einem gehörigen Links-Ruck gewürzt", so FPK-Klubobmann Kurt Scheuch in einer ersten Reaktion.
Ähnlich BZÖ-Landesobmann Stefan Petzner: "Die handelnden Personen bleiben die gleichen, sie haben nur die Sessel getauscht. Von dieser Kärntner SPÖ ist auch in Zukunft nicht viel zu erwarten." Einzig positiv zu werten sei, dass wieder eine Frau in die Kärntner Landesregierung einziehen wird. Ob Beate Prettner aber die geeignete Frau sei, "bleibt mehr als dahin gestellt", so Petzner.
"Statt frischem Wind der alte Stil", kritisierte auch ÖVP-Klubobmann Stephan Tauschitz. "Mit Rohr als Klubobmann gerät die SPÖ vom Regen in die Traufe. Er ist an der Führung der eigenen Partei gescheitert und hat den Kärntner Schuldenhaushalt mitverursacht. Dass er als Klubobmann vom Schulden- zum Reformkurs umschwenkt, ist wohl kaum zu erwarten."
von Fritz Kimeswenger ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
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