Kärntner Justizprojekt

Häftlinge säubern Klagenfurts Pflastersteine

Kärnten
05.05.2026 10:00

Geld sparen hilft die Justizanstalt in Rottenstein dem Klagenfurter Magistrat. Viele der 55 Häftlinge reinigen die 50 Jahre alten Pflastersteine aus der Innenstadt. Pro Transporter, der nach Rottenstein gebracht wird, kann sich die Stadt so 25.000 Euro sparen.

Die Landwirtschaft auf dem 72-Hektar-Areal in Rottenstein in Kärnten bietet den Insassen einen gelockerten Vollzug. „Sie sitzen ihre Haftstrafe woanders ab, kommen am Ende ihrer Strafe zu uns“, sagt Oberst Josef Gramm. Heuer reinigen die Häftlinge auch die alten Pflastersteine von Plätzen und Straßen der Klagenfurter Innenstadt.

„Sie werden bei den Baustellen entnommen und mit den Transportern nach Rottenstein gebracht. Das ist eine Außenstelle der Justizananstalt Klagenfurt“, erklärt die zuständige Referentin Sandra Wassermann (FP). „Die Bausteine sind meist 50 Jahre alt, würden ohne die entsprechende Reinigung und Wiedereinsetzung oft neu gekauft werden.“ 

Stück für Stück werden die Steine von Häftlingen gereinigt.
Stück für Stück werden die Steine von Häftlingen gereinigt.(Bild: Christian Tragner)
Viele Lastwagen mit Steinen werden von Klagenfurt nach Rottenstein gebracht.
Viele Lastwagen mit Steinen werden von Klagenfurt nach Rottenstein gebracht.(Bild: Christian Tragner)
Referentin Sandra Wassermann (FP) und Oberst Josef Gramm
Referentin Sandra Wassermann (FP) und Oberst Josef Gramm(Bild: Christian Tragner)

Pro Lastwagen spart sich die Stadt 25.000 Euro
Die Häftlinge bekommen für ihre Tätigkeiten zwar auch einen kleinen Lohn, „dennoch ersparen wir uns durch ihre Hilfe pro Lastwagen 25.000 Euro an Ausgaben“, sagt Wassermann. Pflastersteine von vier Transportern wurden heuer schon gereinigt, 20 weitere Lkw sollen in den nächsten Wochen kommen.

„So geben Häftlinge Gesellschaft etwas zurück“
„Es ist eine sinnvolle Tätigkeit, so können die Häftlinge der Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagt Wassermann. Gramm spricht die Nachhaltigkeit der Arbeiten an, „externe Firmen würden dafür viel mehr kosten“.

Vorbereitung auf ein Leben danach geht hier leichter
Die dazugehörende Landwirtschaft am Längsee ist 60 Jahre alt, wurde in den 80er-Jahren von der Justiz gekauft, sagt Gramm. „Die Besuchszeit ist hier anders. Wenn Insassen vor der Entlassung stehen und Schritt für Schritt auf ein resozialisiertes Leben danach vorbereitet werden, geht es in Rottenstein  leichter.“ Probleme gebe es keine, die Insassen werden zweimal am Tag auf Alkohol kontrolliert. „Wir sind eine Vorzeige-Justizanstalt“, sagt Gramm.

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