24.03.2010 12:39 |

Missbrauchsfälle

Kirche will Justiz einschalten ++ Pfarrer packt aus

Der Missbrauchsskandal erschüttert auch die Katholische Kirche in Kärnten. Die Diözese Gurk will bei "neuen" Missbrauchsfällen künftig sofort die Justiz einschalten. Das kündigte Diözesanbischof Alois Schwarz am Dienstag an. Auch wenn im Strafrecht keine generelle Meldepflicht vorgesehen sei, werde man auch für strafrechtlich bereits verjährte Fälle "eine Abklärung herbeiführen". Auch ein evangelischer Pfarrer aus Villach packt nun aus.

Seine vorrangige Sorge gelte den Opfern und der Verhinderung von Missbrauch in Zukunft, so Bischof Alois Schwarz, der nun noch stärker mit der Justiz kooperieren will. Er trete dafür ein, dass den Opfern Gehör geschenkt und die Täter unverzüglich zur Rechenschaft gezogen werden.

Persönlichkeitstests für Priesterausbildung
Schwarz will sich in der Österreichischen Bischofskonferenz auch "nachdrücklich dafür einsetzen, dass in der Ausbildung des Priester- und Ordensnachwuchses von Anfang an die strengen Prüfungs- und Auswahlkriterien der Kirche angewendet werden". Dazu würden auch von unabhängigen Fachpsychologen durchgeführte Persönlichkeitstests für die Kandidaten für die Priesterausbildung gehören.

Evangelischer Pfarrer spricht über Missbrauch
Erst kürzlich hatte sich auch der Villacher evangelische Pfarrer Jürgen Öllinger zu Wort gemeldet. Er sei als Kind in Oberösterreich "in der Klosterschule Kremsmünster körperlich und seelisch missbraucht worden." Ihm gehe es darum, festzuhalten, was passiert sei, so Öllinger. "Um Fakten, um sexuelle Übergriffe und tätliche Übergriffe auf mich selbst und auf Schulfreunde, die ich miterlebt habe."

Dass es auch andere gebe, die Worte finden, hätte dazu geführt, dass er es selbst wage, hinzuschauen und zu sehen, was unter keinen Umständen verschwiegen werden dürfe.

Gespräch mit Täter erwünscht
Vom Abt der Klosterschule, Ambros Ebhart, erwartet er Schritte, dass es zu einem Vieraugengespräch mit dem Täter komme. Dort könne ausgesprochen werden, "was nur ihn und mich etwas angeht". "Ich erwarte auch theologisch ein Gegenüber, das weiß, wie man mit schwerer Schuld umgeht", erklärte der Pfarrer.

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