Die Aufgabe des Jugendamts sei es, sich zu überlegen, wie man dem straftätigen Minderjährigen nach seiner Haftentlassung helfen kann. Man habe sich sehr viele Einrichtungen angesehen - auch in Österreich, so der Sprecher der Bürgermeisterin, Maximilian Schulyok, am Freitag. Nach langer Überlegung sei man zu dem Entschluss gekommen, dass das Internat in den USA die richtige Wahl sei. Die Tagsätze der Schule seien zudem wesentlich geringer als in vergleichbaren Einrichtungen in Österreich.
14-Jähriger muss sich um Visum kümmern
Bevor der 14-Jährige nach seiner Haftentlassung die Reise in die Vereinigten Staaten antreten kann, muss man sich nun um ein Visum kümmern. In das Flugzeug nach Übersee soll der Bub unmittelbar nach Ende seines Gefängnisaufenthalts - innerhalb eines Tages - steigen, so Schulyok.
Die für den Aufenthalt vorgesehene "Glen Mills School" im Bundesstaat Pennsylvania sei entgegen Medienberichten kein "Boot Camp". In der Einrichtung gehe es darum, den Jugendlichen auf ein geregeltes Leben nach der Haftentlassung vorzubereiten. Es sei nicht im Interesse des Jugendamts, den Buben fallenzulassen. Er solle vielmehr die Möglichkeit haben, sich zu resozialisieren und seinen Schulabschluss zu machen, erläuterte Schulyok.
Schüler bedroht und verprügelt
Der 14-Jährige war am Donnerstag von einem Schöffensenat im Landesgericht in Eisenstadt zu 18 Monaten Haft, davon zwölf unbedingt, verurteilt worden. Dem Jugendlichen wurde vorgeworfen, im Oktober des Vorjahres in der Landeshauptstadt Schüler im Alter von zwölf und 13 Jahren bedroht und zusammengeschlagen zu haben.
Dem 14-Jährigen wurden von der Staatsanwaltschaft Raub, schwere Erpressung, Nötigung, Körperverletzung sowie Diebstahl, Einbruch und gefährliche Drohung vorgeworfen. Vor Gericht zeigte sich der Jugendliche, der seit 2003 in Österreich lebt, überwiegend geständig. Laut Anklageschrift gab es insgesamt dreizehn Opfer. Vier zwölf- bis 13-jährige Schüler soll der Jugendliche bedroht und ihnen Geld abgenommen haben. Das Urteil ist rechtskräftig.
FP fordert Abschiebung
Der Jugendliche wurde Ende Oktober des Vorjahres festgenommen und saß seither in Untersuchungshaft. Dass der 14-Jährige danach ein Jahr im Lager in den USA verbringen soll, stieß bei den Freiheitlichen auf Kritik. Der Täter habe abgeschoben zu werden, erklärte FP-Landesparteisekretär Geza Molnar.
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