17.04.2019 19:29 |

Zehn Jahre geforscht

Erstes Molekül des Universums nachgewiesen

Deutsche Wissenschaftler haben das erste nach dem Urknall entstandene Molekül im Weltall nachgewiesen. Zuvor hatten sie Jahrzehnte nach den Heliumhydrid-Ionen gesucht. Der Nachweis könnte helfen, die frühe Entwicklung des Universums besser zu verstehen, berichten die Forscher.

Heliumhydrid-Ionen waren die ersten Moleküle, die sich nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren im Universum bildeten. Obwohl die Existenz des Ions, eine Verbindung aus ionisiertem Wasserstoff und Helium, bereits 1925 im Labor gezeigt wurde, blieb es im All lange unauffindbar. „Es gab bisher einfach keine entsprechenden Detektoren“, berichtet ein Team um Rolf Güsten vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie im Fachmagazin „Nature“.

3000 Lichtjahre von Erde entfernt aufgespürt
Weit mehr als zehn Jahre hätten seine Kollegen und er geforscht, um ein hochauflösendes Spektrometer zu entwickeln, das die individuelle Infrarot-Strahlung des Moleküls im All aufspüren kann. Auch Forscher der Uni Köln waren beteiligt. Von SOFIA (Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie), einer zur fliegenden Sternwarte umgebauten Boeing 747 (Bild unten), aus wurden schließlich die entscheidenden Messungen gemacht. Das Molekül fand sich in einem planetarischen Nebel mit dem Katalognamen NGC 7027, etwa 3000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

„Wissenschaftlicher Ehrgeiz geweckt“
„Wir hatten die Suche nach den Heliumhydrid-Ionen lange auf der Agenda. So etwas Bedeutendes wie das erste Molekül des Universums weckt natürlich den wissenschaftlichen Ehrgeiz“, sagte Güsten. Die Forscher erhoffen sich von der Entdeckung, chemische Reaktionen in der Frühphase des Universums kurz nach dem Urknall künftig besser modellieren zu können.

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