Do, 25. April 2019
02.04.2019 07:02

Von Regime ermordet

Saudis zahlen Khashoggi-Kindern „Schweigegeld“

Saudi-Arabien entschädigt die Kinder des von seinen Agenten grausam ermordeten Journalisten und Regierungskritikers Jamal Khashoggi mit Luxusvillen und monatlichen Zahlungen. Jedes seiner vier Kinder habe für sein Schweigen in der Causa unter anderem ein Haus in der saudi-arabischen Küstenstadt Dschidda im Wert von bis zu vier Millionen Dollar (rund 3,6 Millionen Euro) geschenkt bekommen, berichtete die „Washington Post“ am Montag.

Die zwei Söhne und zwei Töchter würden zudem monatlich mindestens 10.000 Dollar (rund 8900 Euro) erhalten, hieß es. Dem Bericht zufolge will Khashoggis ältester Sohn Salah weiter in dem Königreich leben, die anderen Kinder leben in den USA und dürften demnach die Luxushäuser verkaufen. Der Regierungskritiker hatte in den Vereinigten Staaten im Exil gelebt.

„Übereinkunft“ zum Schweigen
Die saudi-arabische Führung wolle laut der „Washington Post“, für die der Journalist einst geschrieben hatte, eine „langfristige Übereinkunft“ mit der Familie Khashoggis finden. Damit solle unter anderem sichergestellt werden, dass sich die Familie weiterhin mit öffentlichen Äußerungen zu dem Fall zurückhalte.

Regime leugnete Tat wochenlang
Khashoggi war am 2. Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Erst nach wochenlangen Dementis räumte die saudische Führung unter internationalem Druck ein, dass der Regierungskritiker von einem eigens angereisten Kommando aus 15 saudi-arabischen Agenten getötet wurde. Das Regime spricht aber von einem aus dem Ruder gelaufenen Einsatz bei der Festnahme des Journalisten. Elf Männer wurden wegen Beteiligung an der Ermordung Khashoggis angeklagt, fünf von ihnen droht die Todesstrafe.

Kronprinz als Auftraggeber vermutet
In dem Fall sind zahlreiche Fragen weiter ungeklärt, etwa die Rolle von Saudi-Arabiens mächtigem Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der US-Senat machte aufgrund von Geheimdiensterkenntnissen den Thronfolger für Khashoggis Tod verantwortlich. US-Präsident Donald Trump hingegen weigert sich, öffentlich Stellung gegen den mächtigen Verbündeten zu beziehen, während zahlreiche andere Länder ebenso den Kronprinzen als Auftraggeber des Mordes sehen und das Regime in Riad scharf kritisierten.

Saudische Agenten in USA ausgebildet
Erst am Wochenende hatte die „Washington Post“ berichtet, dass einige Mitglieder der saudi-arabischen Sondereinsatztruppe, die Khashoggi ermordet hat, sogar eine Ausbildung in den USA erhalten hatten. „Das Training fand vor dem Khashoggi-Zwischenfall statt“, hieß es. Nach dem Mord habe dann keine solche Ausbildung für saudische Agenten mehr stattgefunden. Auch andere Austauschprogramme zwischen den beiden Ländern im Sicherheitsbereich seien ausgesetzt worden.

Regierungskritiker erstickt und zersägt
Weiters schrieb die Zeitung, Khashoggi sei im Istanbuler Konsulat eine Injektion verabreicht worden, wahrscheinlich ein starkes Betäubungsmittel. Danach sei ihm ein Sack über den Kopf gezogen worden und Khashoggi habe gerufen: „Ich kann nicht atmen, ich habe Asthma. Tun Sie das nicht!“ Kurz darauf sei der Regierungskritiker gestorben. Laut einem Abhörprotokoll sei dann ein brummendes Geräusch zu hören gewesen - dabei habe es sich wohl um eine elektrische Säge gehandelt, mit der die Leiche zerstückelt worden sei.

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