Knalleffekt in SPÖ

Manzenreiter sagt ab: Seiser und Sever treten an

Kärnten
04.03.2010 14:28
Knalleffekt in der Kärntner SPÖ: Der aussichtsreichste Kandidat Helmut Manzenreiter wird nicht für den Parteivorsitz kandidieren! Das brachte wieder Bewegung in die Obmannsuche: Mit Klubobmann Herwig Seiser (Bild) und Leopold Sever vom SWV (Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband) stehen seit Donnerstag zwei weitere Kandidaten neben Landesrat Peter Kaiser parat. Auch Gerhard Köfer könnte (wieder) in den Ring steigen.

Nach einem ausführlichen Gespräch mit den Ärzten habe er sich entschieden, die Kandidatur zurückzuziehen, so Manzenreiter am Donnerstag. Die Ärzte hätten ihm nach seinem schweren Skiunfall Mitte Februar "mit aller Deutlichkeit" die Schwere der Schulterverletzung und die monatelange Rehabilitation vor Augen geführt. "Daher kann ich nicht antreten, was mir sehr leid tut."

Seiser wäre nur Übergangskandidat
Herwig Seiser, der bei einer Kandidatur Manzenreiters nicht angetreten wäre, will seiner Partei einen konsequenten Oppositionskurs verordnen. Kärnten befinde sich im "politischen Ausnahmezustand", da sei eine starke und klare Opposition unbedingt nötig. Ob er in die Landesregierung wechseln wolle, falls er gewählt wird, ließ der Klubchef offen.

Seiser wäre aber ein Obmann mit Ablaufdatum, da er nicht als SPÖ-Spitzenkandidat bei der nächsten Landtagswahl zur Verfügung stünde. Er wisse, was er könne und was nicht, und: "Es kann nicht jeder alles können." Er würde daher dem neuen Spitzenkandidaten dann Platz machen, so Seiser bei einer Pressekonferenz.

FPK spottet über Seiser
Daraufhin spottete der stellvertretende FPK-Klubobmann Gernot Darmann: "Anscheinend hält Herr Seiser von sich selbst nicht viel. Vielleicht wäre es ein guter Kollegentipp, unter diesen Voraussetzungen gar nicht erst anzutreten."

Drei Ziele hätte Seiser für seine Obmannschaft: Erstens müsse in Kärnten die Proporzregierung abgeschafft werden. Zweitens müsse er bis 2013 einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl zu finden, und drittens müsse die im vergangenen Jahr beschlossene kräftige Erhöhung der Parteienförderung zurückgenommen werden.

Sever: "Weil ich der Beste bin"
Für eine Überraschung sorgte am Donnerstag der 62-jährige Leopold Sever: Der Gastronom und langjährige Kammerfunktionär hatte bis dato noch nie Chef-Ambitionen gezeigt, nun steigt er gegen Landesrat Peter Kaiser und Klubobmann Herwig Seiser in den Ring: "Weil ich der Beste bin", so der Direktor der Tourismus-Berufsschule in Villach-Oberwollanig lakonisch.

Er sei überzeugt davon, dass er wieder Ruhe und eine gewisse Gesprächskultur in die Kärntner SPÖ bringen könne. Das sei genau das, was den Sozialdemokraten in den vergangenen Jahren gefehlt habe. Sollte er am 27. März zum Parteivorsitzenden gewählt werden, werde er auf jeden Fall in die Kärntner Landesregierung einziehen, kündigte Sever an. Der 62-Jährige trat in dieser Woche bei der Wirtschaftskammerwahl für die Sozialdemokraten an. Dabei erreichte er recht magere 11,8 Prozent.

Landesrat Kaiser bedauerte den Rückzug Manzenreiters. Das Auftauchen neuer Konkurrenten sieht der 51-jährige Klagenfurter gelassen. "Ich bin ja nicht gegen Manzenreiter angetreten, sondern trete für die SPÖ an. Daran ändern auch neue Kandidaten nichts." Kaiser will im Falle seiner Wahl vorerst in der Regierung bleiben, als Spitzenkandidat für die nächste Wahl sieht er sich nicht.

Trifft Köfer an? "Kann derzeit nichts dazu sagen"
Bis Samstag können sich weitere Anwärter auf den Parteichefsessel melden, dann läuft die Anmeldefrist ab. Theoretisch könnte auch am Parteitag selbst noch jemand in den Ring steigen. Dies müsste allerdings von zwei Drittel der Delegierten gutgeheißen werden. Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer, der seine Kandidatur nach öffentlicher Kritik durch Manzenreiter zurückgezogen hatte, dürfte es nun doch wagen. "Ich kann dazu derzeit nichts sagen", meinte er vorerst am Donnerstag.

Kaiser: "Egal ob Manzenreiter oder Seiser"
Für Gesundheitslandesrat Peter Kaiser sei es bedauerlich, dass Manzenreiter aufgrund seiner Verletzung nicht als SPÖ-Chef kandidieren werde. Die Situation ändere für ihn aber nichts. Kaiser: "Ich trete ja nicht gegen jemanden an, sondern für etwas, nämlich für die Kärntner SPÖ."

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