"Ich bin einwandfrei nicht schuldig", knurrt der Hausherr des Heims, ein bekannter Kärntner Bauunternehmer (49). "Es ist eine Katastrophe, aber ich kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden!" Das sieht Staatsanwalt Christoph Pollak anders: "Das Feuer war gelegt. Und im Haus fehlte es an einem Fluchtweg und an Rauchmeldern. Die Bewohner konnten in ihrer Panik nur noch aus den Fenstern der oberen Stockwerke springen, um sich vor dem Brand zu retten!" Dabei sind 19 Asylwerber teils schwer verletzt worden, für einen Schwarzafrikaner kam überhaupt jede Hilfe zu spät.
Keiner will schuld sein
"Meine Abteilung ist aber nicht zuständig zu prüfen, ob ein Heimbetreiber Brandschutzauflagen erfüllt – das sollte ja schon bei der Ausschreibung, die von einem großen Wiener Anwaltsbüro gemacht wurde, passiert sein", rechtfertigt sich der Kärntner Flüchtlingsbeauftragte (63), ebenfalls wegen fahrlässiger Gemeingefährdung angeklagt.
"Das war alles unvermeidbar"
Damit wird der tragische Fall zum Gutachterstreit. Experten rätseln nun hinterher darüber, ob das Unglück glimpflicher hätte verlaufen können. "Nein", glaubt der Betreiber. "Das war alles unvermeidbar. Leider. Als es nach dem Anschlag einen weiteren Feueralarm gab, wollten wieder einige aus dem Fenster springen."
Ein Urteil in dem verfahrenen Verfahren ist ausständig, das Heim selbst nach einer Renovierung weiterhin in Betrieb. "Es gilt als das beliebteste Flüchtlingsquartier in Kärnten", attestiert der Landesbeamte. Und es bringt dem Betreiber Geld: Für jeden der rund 60 Asylwerber bezahlt das Land pro Tag 16 Euro.
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
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