19.02.2019 11:46 |

Nach Warnstreiks

Pflegekräfte-KV: Einigung auf Lohnplus von 3,2 %

Nach Betriebsversammlungen, Warnstreiks in der Vorwoche und einem weiteren Verhandlungsmarathon haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der Nacht auf Dienstag auf einen neuen Kollektivvertrag für die rund 100.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft geeinigt. Vereinbart wurde eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,2 Prozent. Weiter auf der Forderungsliste bleibt laut den Arbeitnehmervertretern aber die wöchentliche Arbeitszeit, deren Verkürzung nicht gelungen ist.

Lehrlinge bekommen künftig zusätzlich 100 Euro extra monatlich. Außerdem einigte man sich auf ein Arbeitszeitpakt. Für die Beschäftigten im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich bringt das einen zusätzlichen Urlaubstag ab zwei Jahren Betriebszugehörigkeit, Zuschläge fürs Einspringen, einen Anspruch auf Altersteilzeit, die Möglichkeit, Umkleidezeit als Arbeitszeit zu werten, sowie die Regelung der geteilten Dienste, die künftig nur bei mindestens fünf Stunden Tagesarbeitszeit insgesamt möglich sind. Bei Dienstplänen soll außerdem die Planungssicherheit erhöht werden, hieß es. Die Gewerkschaft hatten eine 35-Stunden-Woche und die sechste Urlaubswoche für alle gefordert. Die Arbeitgeber lehnten diese ab.

Gewerkschaft: Abschluss war nur durch Streiks möglich
Die Gewerkschaft zeigten sich mit dem Ergebnis daher auch nicht ganz zufrieden. GPA-Vorsitzende Barbara Teiber beklagte, dass die wöchentliche Arbeitszeit nicht verkürzt werden konnte. Daher bleibe diese auf der Forderungsliste der Gewerkschaft, erklärte Teiber am Dienstag im Ö1-„Morgenjournal“. Es gehe hier um die „Attraktivierung der Arbeitsbedingungen“.

Dass dieser Abschluss möglich war, verdankt die Sozialwirtschaft laut Chefverhandler Reinhard Bödenauer (GPA-djp) den Streiks und Aktionen der Kollegen, die „den Druck entsprechend erhöht haben“. „Dieser Abschluss ist vor allem auch ihr Erfolg“, brachte Bödenauer seine Wertschätzung für die Angestellten zum Ausdruck. Durch das Arbeitszeitpaket würden „die vielen verschiedenen Berufsgruppen in der Sozialwirtschaft dort profitieren, wo es mit der Arbeitszeit für sie die größten Probleme gibt“.

Arbeitgeber: „Versorgung von 500.000 Menschen sichergestellt“
Die Arbeitgeber zeigten sich am Dienstag mit dem KV-Abschluss zufrieden. Man habe „eine faire und großzügige Lösung“ für die rund 100.000 Mitarbeiter gefunden, „die auch - und das ist uns besonders wichtig - die Versorgung jener 500.000 Menschen sicherstellt, die täglich unsere Hilfe brauchen“, erklärte der Vorsitzende der Sozialwirtschaft Österreich, Erich Fenninger.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Walter Marschitz, erklärte in einer Aussendung, die Gehaltserhöhung habe dem Wunsch der Beschäftigten nach mehr Lohn „überdurchschnittlich entsprochen“. Weitere Streiks habe man „in den herausfordernden Gesprächen in letzter Minute verhindern“ können.

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