Hofer sprach trotzdem auch von einer "etwas eigenartigen Beteiligungspolitik" im Hinblick auf frühere Überlegungen, die Austrian-Wind-Power zu verkaufen. Angesichts sinkender Strompreise ortete der FPÖ-Politiker Probleme mit langfristigen Lieferverträgen, auch bei den Cross-Border-Leasinggeschäften ziehe eine "Gewitterwolke" über der BEWAG auf.
Trotz Verlusten Auszahlungen von Boni?
Ein "schwerwiegender Fehler" sei gewesen, zunächst das eigene Netz auszubauen, um Strom-Leistungsspitzen aus den Windparks abdecken zu können. Man korrigiere dies nun und gehe mit den neuen Anlagen direkt ins Verbund-Netz. Verluste im Rahmen des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit würden "massiv steigen", erwartet Hofer. Dennoch solle es Bonus-Zahlungen für die Vorstände und leitende Angestellte in der Größenordnung von etwa zwei Monatsgehältern geben. Er fordere die Vorstände auf, auf diese Bonuszahlungen zu verzichten.
Er frage sich auch, warum der Lobbyist Peter Hochegger als Konsulent der BEWAG bei der Errichtung von Windparks kassiere, so Hofer. Hochegger sei in einem anderen Fall im Zusammenhang mit Provisionen der Steuerhinterziehung bezichtigt worden und habe dies auch eingestanden, erklärte der FPÖ-Politiker.
BEWAG weist FP-Vorwürfe zurück
BEWAG-Vorstandssprecher Hans Lukits reagierte später am Tag auf die schweren Vorwürfe der FP. Mit Blick auf die "schwerwiegenden Fehler" des Managements erklärte er, dass man natürlich auf die Finanzkrise reagieren müsse, denn diese sei "nicht in einem Jahr erledigt". Wenn es zu einem Rückgang beim Stromumsatz komme, weil die Industrie weniger verbrauche, müsse man schauen, wie man das einigermaßen von der Kostenseite abfange. Man ziehe sich aus bestimmten Geschäftsfeldern zurück, beispielsweise wurde B.net Burgenland verkauft.
Was den Personalstand angehe, wolle man diesen zwar etwas zurückfahren, aber dies solle hauptsächlich durch natürlichen Abgang geschehen. Bei den Bezügen gebe es für den Vorstand und alle Mitarbeiter eine variable Regelung. Bezüge seien einerseits ergebnis- und andererseits leistungsabhängig. Dabei wirke sich auch die Wirtschaftskrise aus: "Der Vorstand wird weniger verdienen als in den Jahren davor."
Die operativen Unternehmenseinheiten hätten sich im Vorjahr bis auf zwei alle positiv entwickelt, so Lukits: Nicht positiv bilanzieren würde ein Engagement in Kroatien (B.net Hrvatska, Anm.), wo man innerhalb von zwei Jahren in die Gewinnzone kommen wolle sowie das Kabelfernsehen. Dieses entwickle sich jedoch besser als in den vergangenen Jahren. Dass Windstrom im BEWAG-Netz transportiert wurde, als schweren Fehler zu bezeichnen, sei ebenfalls "absoluter Unfug". Man habe nichts anderes gemacht, als freie Kapazitäten zu nutzen, so Lukits: "Das war eine völlig sinnvolle Überlegung", das Konzept dazu sei von der TU Wien ausgearbeitet worden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.