Solche Infektionen sind meldepflichtig, trotzdem wurde die Öffentlichkeit nicht alarmiert. Die vier "Käse-Opfer" hatten Glück – sie wurden gesund.
Die Sprecherin der Agentur für Lebensmittelsicherheit (AGES), Elisabeth Publig, bestätigte der "Krone" am Mittwoch lediglich, dass es in Kärnten einen gesicherten Fall gegeben habe. Tatsächlich waren es vier.
Vier Kärntner erkrankt
Elisabeth Oberleitner, die neue Sanitätsdirektorin des Landes Kärnten, kann die Fälle sogar zuordnen: "Eine St. Veiter Frau und ein St. Veiter Mann sowie ein Mann aus Spittal an der Drau und ein Mann aus Villach sind nach dem Verzehr dieses Quargels an Listeriose erkrankt."
An die große Glocke wurden diese Fälle allerdings nicht gehängt. Oberleitner: "Weil es bundesweit Todesfälle gegeben hatte, wurde die Aufklärung an die in Wien ansässige AGES übergeben." Völlig geheim schwärmten die Lebensmittelprüfer aus und suchten nach der Quelle dieser Listerien-Keime.
Kärntner half bei Aufklärung
Dabei half ihnen eines der mittlerweile gesundeten Kärntner Opfer. Publig: "Der Einkaufszettel dieses Mannes deckte sich großteils mit den Einkäufen anderer Fälle. Der kleinste gemeinsame Nenner war der Quargel der steirischen Firma. Damit hatten wir die Listerien-Quelle gefunden."
Vertuschung will sich niemand vorwerfen lassen. Als man wusste, woher die Bakterien stammen, habe man ohnehin die Ware aus den Regalen entfernt. Zuvor hätte man nicht gewusst, wovor man warnen sollte.
von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"
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