Bomben-Blutbad
Indien: Neun Tote bei Anschlag auf deutsches Lokal
"Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Anschlag handelt", hieß es in einer ersten Mitteilung der Polizei. Die Explosion ereignete sich am Abend, als sich vorwiegend ausländische Besucher aus dem Westen in dem beliebten Lokal aufhielten. Unter den Toten seien mindestens vier Frauen ausländischer Herkunft. "Die Nationalität ist noch unklar", sagte ein Polizeibeamter.
Pune liegt 125 Kilometer von der indischen Metropole Bombay entfernt, wo nach dem Anschlag die Terrorwarnstufe erhöht wurde. Die ausländischen Besucher Punes kommen Großteils auf spirituellen Reisen nach Indien. Die 5-Millionen-Einwohner-Stadt beherbergt das Osho International Meditation Resort, mit jährlich 200.000 Besuchern Indiens größtes Meditationszentrum (Ashram).
Das Lokal befindet sich zwischen dem Osho Ashram und einem jüdischen Kulturzentrum. Das Meditationszentrum des indischen Gurus Bhagwan Shree Rajneesh, der sich später auch Osho nannte, wird seit den 70er-Jahren von westlichen Touristen besucht. Die "Deutsche Bäckerei" ist ein beliebter Anlaufpunkt für Menschen mit westlichen Wurzeln - von Rucksacktouristen und jungen Abenteurern bis zu den westlichen Arbeitern, die in den Autofabriken Punes beschäftigt sind. Das Lokal gibt es seit 22 Jahren.
"Überrall kleben Blut und kleine Körperteile"
Der Sprengsatz sei in einem Paket versteckt gewesen, das in der "German Bakery" abgelegt worden sei, hieß es vonseiten der Polizei. Als ein Kellner das herrenlose Paket öffnete, detonierte der Sprengsatz. Die Explosion richtete auch bei den umliegenden Geschäften und Lokalen große Schäden an. Passanten seien durch Splitter und herumfliegende Trümmer verletzt worden.
Überlebende des Anschlags schilderten ein Bild des Grauens. "Wir hörten einen lauten Knall und dann sind wir alle rausgerannt", sagte ein Angestellter des Lokals. "Die Wucht der Explosion war so groß, überall kleben Blut und kleine Körperteile."
Verbindungen zu Bombay-Angriffen
Zu dem Attentat hat sich bislang noch niemand bekannt, die Behörden vermuten aber eine Verbindung zu den Angriffen auf Bombay im November 2008: Im Osho Ashram soll nach Angaben von Innenminister Pillai früher der US-Bürger David Headley übernachtet haben. Er sitzt derzeit in den USA in Untersuchungshaft, weil er an der Planung der Terroranschläge in Mumbai beteiligt gewesen sein soll, bei denen fast 170 Menschen getötet worden waren.
Das jüdische Chabad House in Pune wird von der Chabad-Lubavitch-Bewegung betrieben, die von den Terroranschlägen in Mumbai betroffen war. Bei dem Angriff auf das jüdische Zentrum im früheren Bombay waren sechs Menschen getötet worden, darunter der Rabbiner und seine schwangere Frau.
Die Polizei hat das Areal um das Lokal großräumig abgesperrt, heißt es im TV-Sender NDTV. Die Örtlichkeiten würden von einer Anti-Terror-Einheit der Polizei durchsucht. Die Opferzahl könnte laut indischen Medienberichten noch steigen.







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