IV-Vizepräsident Manfred Gerger erklärte, dass die Umfrage über die Industriekonjunktur in allen Bereichen besser ausfiel als im dritten Quartal 2009: Geschäfts- und Auftragsbestand hätten sich stabilisiert, die Einschätzung der Auslandsaufträge und der Produktionstätigkeit in den kommenden Monaten sei "vorsichtig positiv", die Beschäftigungs- und Ertragslage sei aber weiterhin angespannt. Dennoch seien "größere Personalfreisetzungen derzeit nicht geplant, allerdings auch keine nennenswerten Einstellungen", so Gerger.
Nur 15 Prozent berichten von steigender Geschäftslage
In Zahlen bedeutet das: 15 Prozent (Vergleich drittes Quartal 2009: neun Prozent) der befragten Unternehmer bezeichneten die Geschäftslage als steigend, 66 Prozent (63 Prozent) hielten sie für gleichbleibend und 19 Prozent (28 Prozent) schätzten sie schlechter ein. Auch bei den Auslandsaufträgen zeigte sich Besserung: 16 Prozent (0 Prozent) meldeten steigende, 47 Prozent (35 Prozent) gleichbleibende und 28 Prozent (45 Prozent) sinkende Zahlen.
"Steigender Druck auf die Arbeitnehmer"
Im Gegensatz dazu seien bei der Arbeiterkammer und dem ÖGB Burgenland die Beratungen wegen des "steigenden Drucks auf die Arbeitnehmer" in die Höhe geschnellt. Die rechtlichen Bedingungen verschärften sich, so AK-Präsident Alfred Schreiner. 2009 habe man 67.464 Beratungen durchgeführt. Das seien rund 7.300, das entspricht zwölf Prozent mehr als 2008.
AK-Präsident kritisiert "Flucht aus dem Arbeitsrecht"
In 3.625 Fällen (plus neun Prozent im Vergleich zu 2008) mussten Interventionen beim Arbeitgeber gefordert werden, die in 305 Fällen mit Klagen endeten. Insgesamt konnte dabei ein Streitwert von elf Millionen Euro für die Arbeitnehmer erreicht werden. Dieser war um 38 Prozent höher als 2008 (6,8 Millionen Euro). Schreiner kritisierte, dass Unternehmer die Krise als Vorwand für die "Flucht aus dem Arbeitsrecht" nehmen würden. Die IV wies solche Anschuldigungen zurück und meinte, dass Betriebe mit Bildungskarenz und anderen Qualifizierungsmöglichkeiten den Mitarbeitern Werkzeuge in die Hand gegeben hätten, um ihren Arbeitsplatz zu halten. Kurzarbeit oder Gehaltsverzicht seien keine Option für die burgenländische Industrie, so Gerger.
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