Seit Manzenreiter und die Klagenfurter SPÖ-Chefin Maria-Luise Mathiaschitz Anfang Jänner Rohr öffentlich zum raschen Rückzug aufgefordert und eine Vorverlegung des ursprünglich für Juni geplanten Parteitages verlangt hatten, fliegen in der Partei die Fetzen. Der vom Villacher Stadtchef favorisierte Kandidat, der Wolfsberger Bürgermeister Gerhard Seifried, sagte nach längerer Nachdenkpause ab. Ebenso Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer, der von Manzenreiter öffentlich als für den Posten ungeeignet bezeichnet wurde.
Der Vorstoß Manzenreiters, der sich gerne in der Rolle des Königsmachers sieht, hat die Sozialdemokraten ganz schön in Turbulenzen gebracht . Er hat sich damit viel Kritik eingehandelt, auch wenn sie kaum jemand öffentlich zu äußern wagt. Eine Ausnahme ist der Bezirksvorsitzende von Klagenfurt-Land und langjährige Landtagsabgeordnete Rudolf Schober, der sich klipp und klar für Kaiser als Parteichef ausspricht. "Es geht jetzt nicht um den Spitzenkandidaten für die nächste Landtagswahl, sondern ausschließlich um den Parteivorsitz", meinte er am Freitag.
Schober hält auch mehrere Kandidaten am Parteitag für durchaus möglich, das wäre seiner Ansicht nach auch kein Drama. Allerdings nur dann, wenn die zu treffende Entscheidung auch von allen respektiert und unterstützt wird: "Es darf keine Spaltung geben, die Entscheidung muss akzeptiert werden, und zwar nicht nur am Parteitag, sondern vor allem nachher." Dies sei in der Vergangenheit oft anders gewesen, "das muss endlich aufhören", fordert Schober.
Sollte Manzenreiter das Rennen machen, dürften die Tage von Peter Kaiser als Regierungsmitglied jedenfalls gezählt sein. Der Villacher, der nicht in die Landesregierung einziehen will, soll beide Landesratsposten neu besetzen wollen. Immer wieder genannt wird in diesem Zusammenhang die Villacher Abgeordnete Nicole Cernic, die bis zur verlorenen Wahl im vergangenen Frühjahr als Sozialreferentin in der Regierung war.
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