"Kärn-Thema"

Kommentar: Warum das Stadion nun abzureißen ist

Kärnten
11.02.2010 11:55
Das Klagenfurter EM-Stadion gerät zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik: Absagen für Konzerte internationaler Topstars, riesige Ausgaben, fehlende Genehmigungen, eine krisengeschüttelte Austria Kärnten - die Lage sieht nicht rosig aus. Ein Kommentar von "Krone"-Chefredakteur Hannes Mößlacher in der Serie "Kärn-Thema".

Es hatte einmal geradezu Charme, das "UFO" am Klagenfurter Südring; damals, als es rund um die Uhr beleuchtet war; damals, als die Europameisterschafts-Vorrunden hier ausgetragen wurden und die Ränge bis auf den letzten Platz gefüllt waren; damals, als Herbert Grönemeyer das Oval zum Kochen brachte; damals, als die Kicker des SK Austria noch Geld bekamen und wenigstens hin und wieder das gegnerische Tor trafen; und vielleicht noch ein allerletztes Mal, als KAC und VSV dort auftraten…

Aber jetzt? Jetzt hat das Stadion wohl seine letzten Sympathien verloren. Es kostet nur noch Geld, steht nur noch leer herum und ist nur noch ein permanentes, nicht zu übersehendes Ärgernis.

Nichts wird hier mehr Begeisterung auslösen. Der SK Austria wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit absteigen und im Nirwana der zweiten Liga verschwinden; und Konzerte wird es wohl  ebenfalls keine mehr geben. Weil sich kein vernünftiger Veranstalter  den irrwitzigen Spießrutenlauf zwischen überforderten Politikern und unwilligen Beamten noch einmal antun würde.

Die Farce um das geplante Konzert von Superstar Elton John, das monatelang vorbereitet worden war und letztlich aus Mangel an  Spielraum, Kompetenz und Entscheidungswilligkeit nach Graz verlegt werden wusste, war der Offenbarungseid für dieses Projekt. Es ist in einer aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehbaren Euphorie hochgewuchtet worden; ohne gesetzliche Basis, ohne Perspektiven, ohne Nachnutzungskonzept; es ist von den politischen Erben seiner Erfinder wie ein Stiefkind behandelt worden. Und so gleicht es heute bestenfalls einem Mahnmal; einem Mahnmal für, oder besser gegen politische Kurzsichtigkeit.

Was also spricht JETZT noch dagegen, das UFO blitzartig zurückzubauen, oder gleich abzureißen und einen Schlussstrich zu ziehen, als Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende? Wozu jetzt noch eine Million Euro für Gutachten ausgeben?

von Chefredakteur Hannes Mößlacher, "Kärntner Krone"

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