Schon vor den neuerlichen Betrügereien im vergangenen Jahr war die Frau auffällig geworden: In den Jahren 2004, 2006 und 2008 wurde sie wegen Diebstahls, Urkundenfälschung und gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt. Damals war sie jedoch jeweils glimpflich davongekommen. Als ihr Ehemann 2009 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten gehen konnte, eine Delogierung vorgenommen wurde und ihr Einkommen als Putzfrau nicht mehr für die Miete reichte, sei sie wieder auf die schiefe Bahn geraten.
Anklage spricht von "enormer krimineller Energie"
Die Staatsanwaltschaft sprach von "enormer krimineller Energie", denn die Frau habe ihren Opfern glaubwürdig vorgegaukelt, sie sei Justizbeamtin und ihre Kinder arbeiteten bei der Polizei-Spezialeinheit Cobra und bei Gericht. Einem Maurer versprach sie demnach, ihm einen Job in einer Justizanstalt zu besorgen – der Mann müsse dafür jedoch mehr als 1.000 Euro für einen "Schnellkurs" bezahlen. Da er keine Schusswaffe gebrauchen wollte, könnte er auch einen Kurs ohne Waffen absolvieren, der koste aber ebenfalls extra.
Zwei anderen Männern versprach die 45-Jährige laut Anklage dagegen billige Gebrauchtwagen um jeweils Anzahlungen dafür zu kassieren. Der Tochter eines ihrer Opfer soll sie vorgemacht haben, ihr ein günstiges Wohnbaudarlehen besorgen zu können. Als der Schwindel aufflog, war das Geld bereits großteils verbraucht. Ihre Mutter, ihr Ehemann und ihre Kinder seien nun für sie eingesprungen und bezahlen den Schaden zurück.
Frühere bedingte Haftstrafen wurden widerrufen
Vor Gericht beteuerte die Frau, dass das nie wieder vorkommen würde, doch für die vorsitzende Richterin Andrea Rosenberger sei das in Anbetracht der bisherigen Verurteilungen "unglaubwürdig". Die Schöffen verurteilten die 45-Jährige schließlich zu 18 Monaten unbedingter Haft. Die bedingten Strafen von zwei der drei vorherigen Urteile wurden widerrufen, weshalb sich die Haftstrafe auf zwei Jahre und sechs Wochen erhöhte. Die Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.
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