Wunder in Haiti
28-Jähriger hat vier Wochen unter Trümmern überlebt
Die genauen Umstände der Rettung des 28-Jährigen sind noch unklar. Er sei extrem dehydriert und habe offenbar seit Tagen keine Nahrung mehr zu sich genommen, heißt es in dem Bericht des US-amerikanischen Nachrichtensenders (siehe Video in der Infobox). Unter den Trümmern des Markplatzes, auf dem er früher Reis verkauft hatte, dürfte er aber einige Tage bzw. Wochen lang genug Wasser und Lebensmittel gefunden haben, um zu überleben.
Durch den extremen Wassermangel sei er aber noch sehr verwirrt und glaube zeitweise, noch immer unter den Trümmern zu liegen, berichten die amerikanischen Ärzte, die den 28-Jährigen behandeln. Der Mann wurde demnach am Montag (Ortszeit) zu einer von der Universitätsklinik Miami betriebenen Notfallstation in Port-au-Prince gebracht. "Er hat offene, eiternde Wunden an beiden Füßen", berichtet der Arzt Mike Connelly. Ansonsten habe er aber keine schweren äußeren Verletzungen erlitten.
Letzte Rettung fast zwei Wochen her
Zuletzt war am 27. Jänner eine 16-Jährige Haitianerin von einem französischen Rettungsteam lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Wohnhauses in Port-au-Prince geborgen worden. Nach Schätzungen der haitianischen Regierung kamen bei dem Beben der Stärke 7,0 mehr als 200.000 Menschen ums Leben.
Ein Mensch kann nur etwa drei Tage überleben, ohne zu trinken. Dann wird es kritisch. Die Gefahr zu verdursten, steigt dramatisch. Essen ist weniger wichtig - bis zu drei Wochen ohne Nahrung sind für gut Ernährte meist ungefährlich. Bei Unglücken wie Erdbeben werden körpereigene Reserven allerdings oft schneller aufgebraucht, weil Angst und Panik den Stoffwechsel ankurbeln können.
Dennoch haben Verschüttete mehrfach tage- oder sogar wochenlang unter Trümmern überlebt. Als Wunder bezeichneten Ärzte die Rettung eines 19-jährigen Rumänen im März 1977. Der junge Mann wurde elf Tage nach einem verheerenden Erdbeben in Bukarest lebend geborgen. Angeblich hatte er ohne Wasser und Nahrung unter den Trümmern eines zehngeschossigen Gebäudes ausgehalten. Eine pakistanische Frau hielt es nach einem Erdbeben im Oktober 2005 dank Essensresten und Regenwasser sogar mehr als zwei Monate unter Trümmern aus. Im Dezember wurde sie gerettet und bewusstlos in ein Feldlazarett gebracht.







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