Planungen beendet
Großoffensive gegen Taliban in Afghanistan
Es handle sich um eine gemeinsame Aktion von afghanischem Militär und afghanischer Polizei sowie Soldaten der US-Marineinfanterie und der NATO-Truppe ISAF, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kabul, Mohammad Zahir Azimi. Ziel ist es nach seinen Angaben, die militärische und polizeiliche Verantwortung für die von den Taliban kontrollierten Gebiete in die Hände der afghanischen Regierung zu geben. Zum geplanten Beginn der Offensive äußerte er sich nicht. Es wurde jedoch damit gerechnet, dass sie bereits in wenigen Tagen in der Region Marjah beginnen könnte.
Nach Angaben von NATO-Sprecher Eric Tremblay sind mindestens 1.000 afghanische Polizisten, Tausende afghanische Soldaten und "mehrere Tausend ISAF-Soldaten" für den Einsatz eingeplant. Damit handelt es sich um eine der größten Offensiven seit Beginn des internationalen Afghanistan-Einsatzes im Jahr 2001 in einer Region. Es gehe darum, die Aufständischen aus der Region zu vertreiben, die Gebiete zu halten und den in der Region lebenden Afghanen Alternativen anzubieten, sagte Tremblay.
"Entweder sie verschwinden oder sie sterben"
Ein ranghoher ISAF-Vertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP in dieser Woche, die Provinz Helmand sei eines der letzten Gebiete unter der Kontrolle der Taliban. "Wir müssen eine Botschaft senden, dass sie nicht mehr zeitgemäß sind - entweder sie verschwinden, wechseln die Seite oder sterben", so der Militärvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte.
Derzeit sind 113.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert, 40.000 zusätzliche Kämpfer sollen in den kommenden Monaten an den Hindukusch entsandt werden. Allein die USA sagten 30.000 zusätzliche Soldaten zu. In der Provinz Helmand hatten die USA zuletzt im vergangenen Jahr im Bezirk Garmser eine Großoffensive internationaler und afghanischer Truppen gegen die Aufständischen angeführt.
Zwei tote US-Soldaten bei Sprengstoffanschlag
Bei einem Sprengstoffanschlag im Süden Afghanistans wurden unterdessen zwei US-Soldaten getötet. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte am Mittwoch mit, zu dem Anschlag sei es am Vortag gekommen. Einzelheiten gab die ISAF nicht bekannt.
Nach Angaben des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org waren vor den jüngsten Opfern seit Jahresbeginn bereits mindestens 47 ausländische Soldaten in Afghanistan gewaltsam ums Leben gekommen. Das vergangene Jahr war das bisher verlustreichste für die internationalen Truppen seit Beginn des Einsatzes Ende 2001. Bei Anschlägen und Gefechten starben mehr als 450 Soldaten.
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