Mi, 14. November 2018

Täter war Ex-Marine

08.11.2018 19:21

Country-Bar-Killer kam im Auto seiner Mutter

Bei dem Schützen, der in einer Country Bar in Thousand Oaks in Kalifornien ein Massaker anrichtete, handelt es sich um den 29-jährigen Ian David Long. Der Veteran des US Marine Corps hatte die Tatwaffe, eine .45er-Kaliber-Glock, legal erworben. Am Mittwochabend fuhr Long mit dem Auto seiner Mutter zur „Borderline Bar & Grill“, betrat das Lokal, warf eine Rauchbombe und begann, um sich zu schießen. Anschließend richtete sich der Schütze selbst, wie die Polizei nun mitteilte: „Er war schon tot, als unsere Spezialkräfte die Bar betraten.“

Zwölf Menschen tötete Long und verletzte Dutzende, bevor er sich selbst in den Kopf schoss. Die Waffe hatte er ganz legal gekauft. „Ich hatte keine Ahnung, dass er eine Waffe hat“, sagte ein Nachbar dem US-Sender ABC7. Es sei aber bekannt gewesen, dass er nach seinem Militäreinsatz an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten habe. Long lebte bei seiner Mutter im Westen von Thousand Oaks in Newbury Park. Das Haus wurde bereits von der Polizei durchsucht.

Polizei wusste von psychischen Problemen des Täters
Der Todesschütze habe unter einer posttraumatischen Belastungsstörung aufgrund seines Militärdienstes gelitten, gab die Exekutive bekannt. Longs psychische Verfassung sei der Polizei wegen mehrerer Vorfälle in der Vergangenheit bekannt gewesen. Erst heuer im April seien Beamte zu seinem Haus gerufen worden. „Er war etwas wütend und handelte ein wenig irrational“, schilderte Ventura-County-Sheriff Geoff Dean den Einsatz. Long sei danach bei einem Krisenberater gewesen, der allerdings entschieden habe, dass er keine Behandlung brauche. Sonst sei Long lediglich wegen einer Verkehrsüberschreitung und als Opfer einer Schlägerei in einer Bar bekannt gewesen.

Schütze war hochdekorierter Marineoffizier
Long stand fünf Jahre im Dienst der Marine. Von 2008 bis 2013 erhielt er zehn Orden und war unter anderem in Afghanistan im Einsatz. Die Marine wollte bislang keine Details zum Austritt Longs bekannt geben. Danach begann er, an der California State University Northridge Sport zu studieren. Ein ehemaliger Mitbewohner des Amokläufers, Blake Winnett, erzählte der „New York Post“, Long sei ein Einzelgänger gewesen, der öfters alleine in einer Garage getanzt habe. „Er war nicht gewalttätig, aber er war gemein. Er ging ins Fitnessstudio und dann versuchte er, denke ich, Tanzbewegungen zu lernen oder so“, sagte der Mann.

Nach drei Jahren beendete Long sein Studium ohne Abschluss und zog anschließend zurück zu seiner Mutter. Eine Nachbarin berichtete der „Daily Mail“, dass diese in Angst gelebt habe, dass ihm etwas zustoße. Longs Vater war schon im Jahr 1999 im Alter von 46 Jahren gestorben.

Fassungslosigkeit in der viertsichersten Stadt der USA
In Thousand Oaks herrscht nach wie vor Fassungslosigkeit angesichts der Bluttat. Bei den zwölf Todesopfern handelt es sich großteils um junge Menschen, Studenten, die in der bislang viertsichersten Stadt der USA feiern wollten. In der Tatnacht war auch Gästen unter 21 Jahren der Eintritt gestattet, daher waren ungewöhnlich viele Teenager in der Bar. Long habe einen schwarzen Trenchcoat, eine Skimaske und ein Sonnenbrille getragen, als er um sich schoss, hieß es. Zeugen berichteten, er habe „so ausgesehen, als wüsste er, was er tut“.

„Er starb als Held“
Ein Polizist ist ebenfalls unter den Opfern: Der Tod von Sergeant Ron Helus, Sheriff’s Deputy in Ventura, geht vielen Amerikanern besonders nahe. Helus wollte eigentlich nächstes Jahr in Pension gehen, doch am Mittwochabend war er der Erste, der an der „Borderline Bar & Grill“ eintraf, nachdem die Schüsse gemeldet wurden. „Ich habe seiner Frau gesagt, er starb als Held“, sagte Sheriff Geoff Dean sichtlich betroffen.

Drittes „Mass Shooting“ in kurzer Zeit
Es war das dritte „Mass Shooting“ in den USA innerhalb von weniger als zwei Wochen. Vor sechs Tagen waren zwei Frauen in einem Yoga-Zentrum in Tallahassee, Florida, erschossen worden, vor zwölf Tagen mussten elf Betende in einer Synagoge in Pittsburgh sterben.

Michaela Braune
Michaela Braune
Miriam Krammer
Miriam Krammer

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