Sitte vor Verbrechen
Vergewaltigte in Dubai wegen Sex verhaftet
Die in London lebende Muslimin pakistanischer Abstammung feierte im Luxus-Hotel Address im Dubaier Stadtteil Marina (Bild) mit ihrem 44-jährigen Freund die gemeinsame Verlobung. Laut dem "Daily Telegraph" hatte sie zu viel getrunken und verbrachte längere Zeit auf der Toilette. Dort soll sie der Kellner halb bewusstlos aufgefunden und vergewaltigt haben. Als der Verlobte von der Attacke erfuhr, verständigte er die Polizei.
Die Beamten waren aber offenbar wenig an der Vergewaltigung interessiert. Vielmehr erkundigten sie sich, wie viel die Frau getrunken hatte, um sie wegen verbotenen Alkoholkonsums belangen zu können. Als der Kellner beteuerte, die 23-Jährige habe auf der Toilette im Einvernehmen mit ihm Sex gehabt, wurden beide verhaftet und wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs angezeigt. Im Zuge des Verhörs hatten die Polizisten auch erfahren, dass die 23-Jährige mit ihrem Verlobten sexuell verkehrt und beide im selben Zimmer schlafen. Da dies in Dubai trotz Verlobung als außerehelicher Sex gilt, wurde auch der 44-Jährige verhaftet.
Ohne Reisepässe freigelassen
Laut "Telegraph" ereignete sich die Causa zum Jahreswechsel. Das Paar saß mehrere Tage in Untersuchungshaft. Für die medizinische Behandlung der Frau musste die britische Botschaft bei den Behörden intervenieren, berichtet die Zeitung. Den einzigen Kontakt zu einem Arzt erlaubte die Polizei nur für eine Blutabnahme zum Beweis der Alkoholisierung. Am Freitag wurden beide wieder auf freien Fuß gesetzt, allerdings ohne Reisepässe. Über den Verbleib des mutmaßlichen Vergewaltigers ist nichts bekannt.
Die Gesetze in Dubai, die großteils auf der islamischen Schari'a beruhen, haben strenge Sittenvorschriften. Sex vor der Ehe ist verboten, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit untersagt, auch Homosexualität und Travestie werden bestraft, auf Drogenbesitz steht mindestens vier Jahre Gefängnis. Den beiden verlobten Briten drohen laut "Telegraph" bis zu sechs Jahre Haft.
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