21.10.2018 10:08 |

Porträts analysiert

Schielen half Leonardo da Vinci beim Malen

Geht es nach dem Experimentalpsychologen Christopher Tyler, dann hat eine Fehlstellung der Augen Leonardo da Vinci beim perspektivischen Malen und Zeichnen geholfen hat. Der italienische Renaissancekünstler habe wahrscheinlich zeitweise nach außen geschielt, argumentiert der Wissenschaftler, der an der City University of London lehrt.

Er konnte laut Tyler quasi auf den Blick eines Einäugigen umschalten. Durch sein „sogenanntes intermitierendes (zeitweiliges, Anm.) Außenschielen“ sei es Leonardo da Vinci vermutlich leichter gefallen, etwa Gesichter und Landschaften dreidimensional zu zeichnen, schreibt der Experte in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals „Jama Ophthalmology“.

Porträts des Künstlers analysiert
Für seine Diagnose analysierte Tyler die Augenpaare auf sechs Porträts von Leonardo da Vinci, darunter waren zwei Skulpturen, zwei Ölgemälde und zwei Zeichnungen. Dabei habe er entdeckt, dass ein Auge nach außen gekehrt gewesen sei. Zwar habe es sich nicht bei allen Kunstwerken um Selbstporträts des Künstlers gehandelt. Doch Leonardo da Vinci sei davon ausgegangen, dass alle Porträts eines Künstlers das eigene Aussehen widerspiegelten.

Unter den analysierten Kunstwerken war demnach auch der berühmte „Vitruvianische Mensch“ in einem Kreis und einem Viereck sowie die erst kürzlich identifizierte Darstellung des „Salvator Mundi“ (Bild oben), berichtet der Mediziner. Auch andere bekannte Künstler wie Rembrandt, Edgar Degas und Pablo Picasso sollen verschiedene Fehlstellungen der Augen gehabt haben.

Schöpfer der „Mona Lisa“
Der Maler und Schöpfer der weltbrühmten „Mona Lisa“ (Bild oben), Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) gilt als einer der berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten.

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