24 Geiseln an Bord

Somalische Piraten kapern erneut Chemie-Frachter

Ausland
02.01.2010 15:15
Somalische Piraten haben im Golf von Aden erneut einen Chemie-Frachter gekapert. Das unter der Flagge von Singapur fahrende Schiff sei auf dem Weg nach Indien gewesen, teilte die Anti-Piraten-Mission der EU (Atalanta) am Freitag mit. An Bord des Tankers befinden sich 24 Crew-Mitglieder, davon 17 Indonesier, fünf Chinesen, ein Nigerianer und ein Vietnamese.

Nach Angaben des Leiters des ostafrikanischen Seefahrerhilfsprogramms, Andrew Mwangura, geht es der Besatzung gut. Das habe der Kapitän des 20.000-Tonnen-Tankers "Parmoni" (Bild) per Funk mitgeteilt.

Englischen Frachter überfallen
Rund 1.000 Kilometer östlich von Somalia haben Piraten am Freitag zudem den unter britischer Flagge fahrenden Frachter "Asian Glory" überfallen, wie ein Sprecher der EU-Mission Atalanta am Samstag mitteilte. Das Schiff mit 25 Besatzungsmitgliedern an Bord war dem Sprecher zufolge auf dem Weg in Gewässer, in der die EU-Mission patrouilliert. Der aus der Ukraine, Bulgarien, Indien und Rumänien stammenden Crew gehe es offenbar gut. Üblicherweise brächten Piraten ein gekapertes Schiff zu ihrer Hochburg und nähmen dann Kontakt mit dem Eigner auf, sagte Atalanta-Kommandant John Harbour.

Über ein Dutzend Schiffe gekapert
Erst in den vergangenen Tagen hatten Seeräuber am Horn von Afrika drei Frachtschiffe gekapert. Sie überfielen einen britischen Chemie-Frachter, einen griechischen Großfrachter mit Düngemitteln und einen jemenitischen Tanker. Derzeit sind 14 Schiffe mit insgesamt knapp 300 Seeleuten in der Gewalt von Piraten.

Die "Asian Glory" mit 25 Besatzungsmitgliedern an Bord wurde am Freitag rund 1.000 Kilometer östlich von Somalia überfallen, wie ein Sprecher der EU-Mission Atalanta am Samstag mitteilte.

Piraterie lukratives "Geschäft"
Die Seeräuberei ist für viele Somalier angesichts der Folgewirkungen des Bürgerkriegs eine der lukrativsten Betätigungen. Immer wieder werden für die Freilassung der Handelsschiffe und ihrer Besatzung hohe Lösegeldsummen gezahlt.

Foto: GBLT Shipmanagement Pte Ltd.

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