Nach Pannenserie
Sarkozy-Machtwort: Eurostar-Züge rollen wieder
Der erste Zug starte am Dienstag von Paris aus in Richtung London. Kurz darauf wurde auch der Verkehr in die Gegenrichtung wieder aufgenommen. Ein Grund für die Pannenserie war nach ersten Ermittlungen der mangelhafte Schneeschutz an den Triebwagen der Züge. Wegen der heftigen Schneefälle in Nordfrankreich hatten vermutlich die Schilde, die die elektrischen Anlagen vor dem Eindringen von Schnee schützen sollten, versagt. Sie sollten kurzfristig verbessert werden.
Jeder dritte Zug fällt weiterhin aus
Am Dienstag dürfen zunächst nur diejenigen Passagiere die Züge nutzen, die für den Samstag oder Sonntag eine Fahrkarte besaßen. Eurostar kündigte an, dass weiterhin jeder dritte Zug ausfallen müsse. Nach Fahrplan werden die Eurostar-TGV voraussichtlich erst nach Weihnachten wieder rollen. Reisende sollen weiterhin versuchen, auf alternativen Wegen an ihr Ziel zu kommen.
Sarkozy ordnete die Wiederaufnahme des Betriebs an
In der Nacht auf Samstag waren vier Eurostar-Züge liegengeblieben. Rund 2.000 Passagiere saßen stundenlang fest, waren stundenlang hundert Meter unter dem Meeresspiegel vielfach ohne Strom, Wasser und Nahrungsmittel in den Zügen eingesperrt (siehe Bericht in der Infobox). Zehntausende weitere Passagiere konnten am Wochenende und am Montag ihre Reise nicht antreten
Nach den Zugausfällen im 50,3 Kilometer langen Tunnel zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland hatte Eurostar den Verkehr vorübergehend komplett eingestellt. Am Montag reichte es Sarkozy dann: Der Staatschef nahm sich dann Eurostar-Präsident Guillaume Pépy zur Brust und ordnete die Wiederaufnahme des Betriebs - in beschränktem Umfang - ab heute an.
Der Ausfall der Züge sei für die Reisenden "unannehmbar", erklärte Sarkozy, nachdem er sich von Pépy Bericht erstatten ließ, der auch Chef der Staatsbahn SNCF ist. Pépy blieb nichts übrig, als den "Instruktionen" Sarkozys zu gehorchen, auch wenn damit Tausende Passagiere zu Versuchskaninchen werden.
Zuvor hatte bereits der französische Verkehrsminister Dominique De Bussereau erklärt, es sei unvorstellbar, dass ein solch wichtiges Transportmittel versage, weil es schneie. Umweltminister Jean-Louis Borloo nannte die Situation "absolut unglaublich".
Schnee war Auslöser der Pannen
Das Problem mit den Loks sei bekannt, sagte der Betriebsleiter von Eurotunnel, Pascal Sainson. Der auf den Zügen angesammelte Schnee schmelze bei der Fahrt in den rund 20 Grad wärmeren Tunnel und dringe "in das Lüftungssystem ein, wo er einen Kurzschluss im Motor erzeugt".
Das ist offenbar ein baulicher Mangel bei den Loks, die vom französischen Hersteller Alstom stammen. Es handle sich um einen "Fehler bei der aerodynamischen Formung der Luftöffnungen", die zur Kühlung der Motoren dienten, erklärten Wartungstechniker der Zeitung "Le Parisien". Die SNCF verwies darauf, dass an den Öffnungen schon vor Jahren Schutzplatten angebracht wurden. "Dieses Mal haben sie nicht funktioniert", sagte ein Sprecher.
Nur reine Personenzüge betroffen
Die Züge der Tunnelbetreibergesellschaft Eurotunnel, die Lastwagen, Busse und Autos samt ihren Passagieren transportieren, funktionieren. Die SNCF verwies darauf, dass die Eurotunnel-Züge praktisch nur im Inneren des Tunnels verkehrten und nicht wie die Eurostars bei jedem Wetter durch ganz Nordfrankreich rasen müssen. Der französische Wetterdienst sagte für Dienstag wieder Schnee voraus.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.