Di, 16. Oktober 2018

Nach Queen-Besuch

14.07.2018 20:00

Trump golft in Schottland - Tausende demonstrieren

US-Präsident Donald Trump verbringt das Wochenende nach seinem offiziellen Besuch in Großbritannien und vor seinem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin mit Telefongesprächen und Golfspielen in Schottland. Auf Fernsehbildern (siehe Video oben) war er in einem Golfbuggy auf dem Gelände seines Golfclubs Turnberry in der schottischen Grafschaft Ayrshire zu sehen. Unterdessen versammelten sich wieder Tausende Menschen, um gegen den US-Präsidenten zu demonstrieren. Insgesamt sollen nach Schätzungen der Polizei 11.000 Menschen in Edinburgh, Glasgow und Dundee auf die Straße gegangen sein.

Trump war am Donnerstag und Freitag zu einem offiziellen Besuch in Großbritannien gewesen, dabei hatte er neben Premierministerin May auch Queen Elizabeth II. zu Gesprächen getroffen. Am Sonntag reist er weiter nach Helsinki für ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag.

Bei der Demo in Edinburgh wurde - wie am Samstag in London - ein Ballon in Form eines Trump-Babys in Windeln steigen gelassen. Hunderte Menschen demonstrierten auch vor Trumps Golf-Resorts. Slogans und Buhrufe waren auch im Resort Turnberry zu hören. Trump wirkte genervt von den Demonstranten, die nur wenige hundert Meter von ihm entfernt waren.

Britische Minister verurteilt Demos gegen Trump
Unterstützung bekam der US-Präsident von mehreren Hundert Menschen, die in London am Samstag bei Pro-Trump-Demos auf die Straße gingen. Darunter waren auch Rechtsextreme. Laut Medienberichten kam es teilweise zu Gerangel mit Gegendemonstranten. Zuspruch erhielt Trump auch vom britischen Handelsminister Liam Fox, der die Proteste gegen den US-Präsidenten verurteilte. „Die Demonstranten haben sich blamiert“, sagte Fox der BBC am Samstag. Es entspreche nicht den „guten Manieren und der Gastfreundschaft des britischen Volkes“, den Anführer der freien Welt mit Plakaten wie „Hau ab, wir hassen dich“ zu begrüßen, so Fox.

Schlechte Manieren werden auch Trump vorgeworfen, beispielsweise wegen seiner heftigen Kritik am Brexit-Kurs der britischen Premierministerin Theresa May während seines Besuchs. Fox betonte, er habe Trump bei einem Galadinner am Donnerstag als „tadellos höflich und sehr gut informiert“ erlebt. Der US-Präsident hatte in einem Interview der konservativen Boulevardzeitung „The Sun“ unter anderem gesagt, Mays größter innenpolitischer Herausforderer, der zurückgetretene Außenminister und Befürworter eines harten Brexit, Boris Johnson, würde einen exzellenten Premierminister abgeben.

Am Freitag hatten im ganzen Land Zehntausende ihrem Ärger über Trump Luft gemacht. Sie werfen dem US-Präsidenten Sexismus, Rassismus und Hass auf Homosexuelle vor. Die Veranstalter in London sprachen sogar von bis zu 250.000 Demonstranten.

Für Aufregung sorgte am Freitagabend ein Greenpeace-Aktivist, der mit einem Gleitschirm kurz nach Trumps Ankunft mit einer Protestbotschaft in niedriger Höhe über das Golf-Resort Turnberry flog. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

 krone.at
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