Mo, 10. Dezember 2018

Wirbel in Budapest

02.07.2018 12:03

Orbans Politik gelobt: Macron feuert Botschafter

Auch wenn sich die EU in der Asylfrage langsam der Abschottungspolitik des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban annähert, waren dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron lobende Worte des französischen Botschafters in Budapest für das „Vorbild Orban“ zu viel. Kurzerhand musste Eric Fournier seinen Posten räumen. Nun soll es Pascale Andreani besser machen.

Fournier war unter Druck geraten, nachdem die Investigativ-Website „Mediapart“ ein an Macrons Büro adressiertes vertrauliches Memo veröffentlichte, in dem er Ungarns Umgang mit Migranten als modellhaft lobte. Zugleich schrieb Fournier darin, französische Medien versuchten mit Antisemitismus-Vorwürfen gegen Ungarn vom „wahren Antisemitismus“ der „Muslime in Frankreich und Deutschland“ abzulenken. Populismusvorwürfe gegen Orban seien von den Medien konstruiert.

Macron sagte zu dem Memo auf einer Pressekonferenz am Freitag, Fournier wäre sofort entlassen worden, hätte er seine Äußerungen öffentlich von sich gegeben.

Der französische Präsident hatte Orban und anderen osteuropäischen EU-Regierungschefs vorgeworfen, demokratische Werte nicht zu achten und sie wegen ihrer Weigerung, Flüchtlinge aufzunehmen, kritisiert.

Orban nennt Macron „neuen Jungen“
Orban entgegnete, Kritiker seiner harten Haltung in der Migrationspolitik gehörten einer alten, ineffizienten europäischen Garde an. Macron nannte er vergangenes Jahr einen „neuen Jungen“, der nicht vielversprechend in seine Amtszeit gestartet sei.

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