Gipfel in Rom
Gaddafi ordert 500 “niedliche” Mädels für Gala-Abende
"500 Mädchen gesucht, niedlich, zwischen 18 und 35 Jahre alt, mindestens 1,70 Meter groß, gut angezogen. Keine Miniröcke oder tiefen Halsausschnitte", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag aus der Anzeige.
50 Euro und ein Koran als Lohn
Gaddafi wollte mit ihnen "Ideen austauschen" und ihnen nach libyscher Art "Ehre erweisen". Für Sonntagabend rekrutierte die Agentur 200 junge Frauen. Für die beiden darauffolgenden Abende wurden insgesamt 250 weitere Italienerinnen engagiert. Ihr Lohn: 50 Euro und ein Koran.
Aufruf zu Islam-Bekehrung
Bei dem ersten der drei Galaabende in der libyschen Botschaft in Rom sprach der Revolutionsführer dann im Beisein der ausgesuchten Italienerinnen über die Rolle der Frau im Koran und rief zur Bekehrung zum Islam auf. "Ich bin an der Seite der Frauen, die gleiche Rechte und Pflichten wie der Mann haben sollen. Die Pflichten der Frauen müssen ihren Eigenschaften angemessen sein", so Gaddafi.
"Sie glauben, dass Jesus gekreuzigt worden ist, doch das stimmt nicht. Er wurde von Gott in den Himmel gebracht. Gekreuzigt wurde ein Mensch, der ihm ähnelte. Die Juden haben Jesus zu töten versucht, weil er Moses' Religion auf den richtigen Weg bringen wollte. Jesus wurde für die Juden entsendet, Mohammed wurde für alle Menschen auf die Welt geschickt. Jeder, der in eine andere Richtung als jene Mohammeds geht, macht einen Fehler", sagte Gaddafi.
Frauen nach Libyen eingeladen
Der Revolutionsführer erzählte auch von seinen bisherigen Italien-Reisen und fragte die jungen Frauen, ob sie bereit seien, libysche Staatsbürger in ihrem Land aufzunehmen, und ob sie bereit wären, in Libyen zu leben. Nun werden einige junge Frauen Gaddafi in Tripolis besuchen. "Gaddafi war von zwei oder drei jungen Frauen sehr beeindruckt, die mit ihm gesprochen haben und sich für den Islam interessieren", sagte Alessandro Londero, Chef der Vermittlungsagentur. "Gaddafi hat ihre Telefonnummer notiert und gemeint, er werde sie persönlich kontaktieren, nachdem sie den Koran gelesen haben. Sollten sie danach noch interessiert sein, werden sie mit ihren Familien nach Libyen eingeladen."
1.000 Delegierte aus 190 Ländern
Zum Auftakt des Weltgipfels der UNO-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) in Rom hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon warnend darauf hingewiesen, dass an einem einzigen Tag 17.000 Kinder an Unterernährung sterben. Alle fünf Sekunden komme ein Kind wegen Hungers ums Leben, das seien weit über sechs Millionen pro Jahr. "Das ist unerträglich, wir müssen reagieren", erklärte Ban Ki-moon vor den 1.000 Delegierten aus 190 Ländern, die an dem dreitägigen Gipfel teilnehmen.
FAO-Generaldirektor Jacques Diouf meinte, zur Bekämpfung der Hungersnöte müsse die Lebensmittelproduktion wieder in den Entwicklungsländern erfolgen, wo die Armen und die Hungernden leben, um somit ein verträgliches Wachstum zu garantieren. "Wir müssen mehr Nahrungsmittel für die Hungernden, zugleich aber die Qualität der Lebensmittel und Sicherheit für die Konsumenten garantieren", meinte Diouf.
Man dürfe keine Zeit mehr verlieren. "Wir dürfen nicht warten, dass weitere Revolten für Lebensmittel ausbrechen, wie jene, die es 2007 und 2008 in 22 Ländern der Welt gegeben hat. Diese Revolten haben Tote und Verletzte verursacht und die Stabilität der Regierungen und des globalen Friedens gefährdet", so Diouf. Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi sagte bei der Eröffnung des Treffens, man müsse dafür sorgen, dass die Entwicklungshilfen tatsächlich vor allem kleinen Bauern zukommen.
"Wir verlangen eine Entschädigung"
Gaddafi warnte, dass die reichen Staaten, die Lateinamerika und Afrika kolonisiert haben, eine Schuld gegenüber diesen Länder haben, die sie "ausgebeutet und geplündert haben". "Wir verlangen eine Entschädigung. Millionen werden weiterhin für Waffen ausgegeben. Warum wird nicht dem Beispiel Libyens gefolgt, das auf sein Waffenprogramm verzichtet hat und einen Teil dieses Geldes für den Kampf gegen den Hunger einsetzt?", fragte Gaddafi.







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