Kinder werden von allen Seiten mit Eindrücken gefüttert. Sie nehmen viele Impulse auf – und entfalten viele Wünsche. Dass für die Erfüllung der Wünsche in den meisten Fällen Geld erforderlich ist, ist vielen Kindern in dieser Form noch nicht bewusst. Das Bedürfnis des „Habenwollens“ steht im Vordergrund. Die folgenden Tipps sollen deinem Kind dabei helfen, ein gesundes Verhältnis zum Thema Geld aufzubauen und einen vernünftigen Umgang damit zu lernen.
Tipp 1 – Verknüpfung herstellen
Je früher dein Kind begreift, dass es einen Zusammenhang zwischen Arbeit und Geld gibt, desto besser. Das muss nicht unbedingt so gestaltet sein, dass es sein Taschengeld selbst verdienen muss, aber kann so aussehen, dass es durch gewisse Tätigkeiten im Haushalt sein Budget aufbessern kann oder gewisse Wünsche an Bedingungen geknüpft sind. Beispiel: Dein Kind bekommt das heiß ersehnte Stofftier dann, wenn es sein Zimmer brav in Ordnung gehalten hat.
Tipp 2 – Verzicht lernen
Dein Kind bekommt fünf Euro Taschengeld pro Woche. Gibt es dieses gleich aus, bekommt es ein paar Süßigkeiten darum. Spart es jedoch das Taschengeld ein Monat lang, dann kann es sich ein Spiel darum kaufen. Und bestimmte Wünsche werden dann eben nur zu Weihnachten oder zum Geburtstag erfüllt. Unterstützt du dein Kind darin zu sparen, dann versteht es rechtzeitig, dass es sich nicht alle kleinen Wünsche sofort erfüllen muss – aber sich durch den Aufschub auch größere Wünsche erfüllen kann. Denn lernt dein Kind nicht, sich Wünsche aufzuheben, bis es sich diese leisten kann, dann tappt es umso leichter in die Schuldenfalle.
Tipp 3 – Sparen spannend machen
Schon eine schöne und lustige Sparbüchse kann sparen für dein Kind zu einem Erlebnis machen. Zähle mit ihm gemeinsam, was es schon auf die Seite gelegt hat, und freue dich mit ihm. Erkläre ihm, welche Wünsche es sich mit der zusammengesparten Summe bereits erfüllen kann - so wird das Geld greifbarer. Zeige ihm deinen Stolz, wie brav es sein Geld zusammenhalten kann. Auch Geldgeschenke von der Familie sollten direkt in einem Sparschwein landen.
Tipp 4 – Taschengeld + Budget
Je älter dein Kind wird, desto mehr Verantwortung kann es übernehmen. Im Alter ab 12 Jahren ist ihm bereits Verantwortung für sein eigenes Budget zuzutrauen. So kannst du deinem Kind beispielsweise ein Jausengeld oder Geld für Schulbücher, Kleidung, etc. geben. Verbraucht es dieses nicht vollständig, dann gehört der Rest ihm. Andererseits wird aber auch nichts nachgeschossen, wenn dein Kind mit diesem Budget nicht auskommt. Musst du unterstützend eingreifen, dann ziehe ihm dies von seinem Privatbudget fürs nächste Monat ab. Oder dein Kind kann Arbeiten im Haushalt übernehmen, mit denen es sich etwas dazuverdienen darf.
Tipp 5 – Eigenes Sparkonto
Wenn du deinem Kind eine gewisse Reife zutraust, dann kannst du mit ihm gemeinsam ein eigenes Sparbuch bzw. ein Konto bei deiner Bank anlegen. Viele Banken bieten bereits Konten für Kinder ab zehn Jahren an, die oft auch schon mit einer „gesicherten“ Bankomatkarte ausgestattet sind, die keine Überziehung und nur die Abhebung kleiner Beträge erlaubt. So kann dein Kind unter deiner Anleitung langsam beginnen, sich sein eigenes Geldleben aufzubauen. Je früher es lernt, den Überblick über seine Finanzen zu behalten, desto besser. Deine Aufgabe besteht darin zu erklären und zu unterstützen, damit es lernt, wie die Dinge funktionieren.
Tipp 6 – Vorbild sein
Der beste Lehrmeister für dein Kind bist du selbst. Gehst du wirtschaftlich mit deinem Geld um und weißt, wie man spart, dann ist das das beste Vorbild für dein Kind. Wird dein Kind verwöhnt und bekommt jeden Wunsch sofort erfüllt bzw. sieht, dass man durch Schulden bei der Bank auch gut leben kann, dann wird es dieses Verhalten aufnehmen und selbst einmal Probleme mit seinen Finanzen haben bzw. nicht eigenständig werden. Auch solltest du dein Kind nicht demotivieren, indem du auf seine Sparguthaben zugreifst, wenn es bei dir selbst einmal knapp wird. Damit vernichtest du seinen Sparwillen und erzeugst Frustration.
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