Fr, 19. Oktober 2018

Klopfgeräusche gehört

23.03.2018 16:10

Deutsche Polizei befreite neun Flüchtlinge aus Lkw

Deutsche Bundespolizisten haben an der deutsch-niederländischen Grenze neun Flüchtlinge aus einem Kühllaster befreit. Mit Klopfgeräuschen hatten die Iraker, darunter zwei Frauen und zwei Kinder im Alter von zehn und zwölf Jahren, bei einem Rastplatzstopp auf sich aufmerksam gemacht. Der offenbar ahnungslose Fahrer alarmierte daraufhin die Polizei.

Mit Hilfe eines Schleppers waren die Flüchtlinge am Mittwoch in Frankreich auf die Ladefläche des Lkw gelangt. Wie die „Bild“-Zeitung am Freitag berichtete, war das vereinbarte Reiseziel Großbritannien, tatsächlich fuhr der Sattelzug Richtung Ukraine. Wegen Hunger, Durst, Kälte und der zunehmend schlechter werdenden Luft schlugen die Flüchtlinge Alarm. Der ukrainische Lkw-Fahrer war an der Schlepperaktion nach Polizeiangaben vermutlich nicht beteiligt und selbst vollkommen überrascht. Er konnte seine Fahrt nach dem Aufgriff der Flüchtlinge im niedersächsischen Bad Bentheim später fortsetzen.

Flüchtlinge waren unterkühlt und ausgehungert
Der mit Weißwein und Wodka beladene Lastzug war den Ermittlungen zufolge bei seinem Start in Recy bei Reims im Nordosten Frankreichs verplombt worden und über Belgien und die Niederlande nach Niedersachsen gefahren. Nach ihrer Befreiung seien die unterkühlten und ausgehungerten Flüchtlinge auf der Wache mit Essen und Getränken versorgt worden und hätten sich aufwärmen können, sagte ein Polizeisprecher. Medizinische Hilfe war nicht erforderlich.

Sieben Flüchtlinge werden abgeschoben
Eine 43-jährige Irakerin und ihr 18-jähriger Sohn, die bereits in Deutschland als Flüchtlinge registriert waren, wurden an die zuständige Ausländerbehörde weitergeleitet. Weil die übrigen sieben Flüchtlinge vor Ort keinen Asylantrag stellten, wurden sie in die Niederlande zurückgeschickt. Entsprechend ihrer Reiseroute werden sie letztendlich über Belgien nach Frankreich abgeschoben, so die Polizei.

Erinnerungen an A4-Flüchtlingsdrama
Immer wieder geraten in Lkw geschleuste Flüchtlinge in Notlagen. Für große Erschütterung sorgte 2015 der Tod von 71 Flüchtlingen in einem an der serbisch-ungarischen Grenze gestarteten Kühllaster, den Schlepper auf der Ostautobahn (A4) bei Parndorf zurückließen.

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