Di, 23. Oktober 2018

Schweigedeal wackelt

21.03.2018 08:43

Affäre mit Trump: Ex-„Playboy“-Model will reden

Nach der Pornodarstellerin Stormy Daniels will noch eine zweite Frau die Aufhebung einer Schweigevereinbarung über eine angebliche Affäre mit dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump erwirken. Die Anwälte des früheren „Playboy“-Models Karen McDougal reichten am Dienstag eine entsprechende Klage bei einem Gericht in Los Angeles ein. Sie führen unter anderem ins Feld, dass ihre heute 46-jährige Mandantin seinerzeit über die Natur der Vereinbarung in die Irre geführt worden sei.

Die Klage richtet sich allerdings nicht gegen Trump, sondern gegen das Medienunternehmen American Media Inc. (AMI), das Mutterhaus des Skandalblatts „National Enquirer“. AMI erwarb der Klage zufolge während des Wahlkampfs 2016 für 150.000 Dollar (rund 122.500 Euro) die Exklusivrechte an McDougals Geschichte über die angebliche Affäre mit Trump.

Das Unternehmen hatte demnach aber nie vor, die Geschichte zu veröffentlichen. Das sei mit der Freundschaft von AMI-Chef David Pecker mit Trump begründet worden.

Eines der Hauptargumente des früheren „Playmates“ in der Klage lautet, dass sie die Vereinbarung so verstanden habe, AMI würde ihre Laufbahn als Gesundheits- und Fitnessexpertin mit einer Serie von Publikationen vorantreiben. Das sei dann aber nicht geschehen. Sie habe erst später festgestellt, dass der Deal dem Unternehmen lediglich das „Recht“ zu solchen Publikationen gebe, AMI aber nicht dazu verpflichte.

Finanzieller Ruin angedroht
In der Klage wird auch von angeblichen Drohungen aus dem Trump-Lager gegen McDougal berichtet. Das Rechtsberaterteam des Präsidenten habe ihr gedroht, sie „finanziell zu ruinieren“, wenn sie den Medien die angebliche Affäre schildere.

Der „New Yorker“ hatte allerdings bereits im Februar ausführlich darüber berichtet. Als Quelle nannte das Magazin handschriftliche Aufzeichnungen McDougals, die ihm von einem Freund des Ex-Models zugespielt worden seien.

Affäre mit Pornodarstellerin zur selben Zeit
Die Sexbeziehung zum damaligen Immobilienmogul und TV-Star Trump will McDougal nach eigener Schilderung über rund zehn Monate hinweg in den Jahren 2006 und 2007 gehabt haben. Trumps angebliche andere Affäre mit Stormy Daniels fällt teilweise in denselben Zeitraum. Trump war damals bereits mit seiner dritten Ehefrau, der heutigen First Lady Melania, verheiratet, ihr gemeinsamer Sohn Barron war wenige Monate alt.

Trump hat eine Affäre sowohl mit McDougal als auch mit Stormy Daniels dementiert. Der 39-jährige Pornostar, der mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, geht ebenfalls mit einer Klage gegen eine Stillschweigevereinbarung vor.

Etappensieg vor Gericht – Trumps Antrag abgeschmettert
Das juristische Ungemach für den Präsidenten wurde zusätzlich durch den Etappensieg einer weiteren Frau in ihrem Vorgehen gegen Trump gesteigert. Summer Zervos, eine frühere Teilnehmerin an Trumps TV-Show „The Apprentice“, hat den Präsidenten bei einem New Yorker Gericht wegen Verleumdung verklagt.

Die Klage bezieht sich auf Trumps Äußerungen, die von mehr als einem Dutzend Frauen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen sexueller Übergriffe seien erlogen. Nach Zervos‘ Schilderung wurde sie von Trump im Jahr 2005 gegen ihren Willen geküsst und betatscht.

Trump wollte ihre Klage mit dem Argument stoppen, dass Gerichte der Bundesstaaten keine Rechtshoheit über den Präsidenten hätten. Richterin Jennifer Schecter schmetterte den Antrag am Dienstag ab: „Niemand steht über dem Gesetz“, sagte sie. Die Verleumdungsklage kann damit weiter vorangehen.

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