Neue Grippe
Zwei Impfstoffe vor der Zulassung
"Um die rechtzeitige Verfügbarkeit der beiden Impfstoffe vor der üblichen Grippesaison im Herbst und Winter zu gewährleisten, trat das Komitee für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) der EMEA für eine beschleunigte Zulassung der Impfstoffe "Focetria" und 'Pandemrix' ein", hieß es bei der AGES PharmMed. Bei den beiden Vakzinen handelt es sich jeweils um Impfstoffe, die mit einem Adjuvans (wirkungsverstärkenden Hilfsstoff, Anm.) versetzt sind.
Zweimalige Impfung im Abstand von drei Wochen
Die europäische Arzneimittelagentur stützte sich bei seiner Empfehlung für die beiden Influenza-Pandemie-Impfstoffe auf Daten zur Qualität, Sicherheit und Immunogenität aus klinischen Prüfungen mit mehr als 6.000 Teilnehmern sowie auf Daten aus dem Virusstammtausch von H5N1 zu H1N1. Weitere klinische Prüfungen mit Erwachsenen und Kindern laufen derzeit, sodass zusätzliche Daten im Oktober bzw. November verfügbar sein werden. Die Daten werden laufend evaluiert und - wenn nötig - weitere Empfehlungen ausgesprochen. Empfohlen wird bei beiden Vakzinen eine zweimalige Impfung im Abstand von drei Wochen für Erwachsene (inklusive Schwangere) und Kinder ab sechs Monaten.
"Die Empfehlung für die Zulassung der beiden Impfstoffe geht jetzt an die EU-Kommission. Sie hat bis zu 20 Tage für die Bewilligung Zeit. Realistisch rechnet man mit ein bis zwei Wochen. Bei diesen beiden Vakzinen handelt es sich um Impfstoffe, die auf der Basis von embryonierten Hühnereiern produziert werden", sagte Marcus Müllner, Chef der AGES PharmMed.
Offene Fragen zur Herstellungsqualität bei Baxter
Dass der Baxter-Impfstoff - geplant ohne Adjuvans und als Ganzvirus-Impfstoff (abgetötete Viren) aus Zellkulturen - derzeit nicht für die Zulassung empfohlen wurde, hat mit Fragen zu tun, welche die EMEA noch an den Hersteller hat. Müllner: "Es geht um die Herstellungsqualität. Baxter hat hier Fragen noch nicht zur Zufriedenstellung beantwortet. Typischerweise geht man jetzt noch einmal inspizieren. Man ist nach wie vor zuversichtlich, dass das geklärt wird. In einem Umlaufverfahren ließen sich die offenen Punkte in der nächsten Woche klären." Zu erwarten wäre, dass es nur zu einer geringen Verzögerung der Empfehlung zur Zulassung der Baxter-Vakzine kommen werde.
Baxter liefert Österreich 16 Millionen Dosen
Die AGES PharmMed hat die Baxter-Vakzine im Rahmen des Zulassungsverfahrens geprüft und die Charge für die laufenden klinischen Prüfungen freigegeben. Demnach dürfte sich - bei schneller Klärung der offenen Fragen - für eine allfällige Versorgung Österreichs mit den Vakzinen kein Risiko einstellen. Die Republik hat mit dem Unternehmen einen Vorvertrag auf die Lieferung von 16 Millionen Dosen der Vakzine für alle Österreicher abgeschlossen. Allerdings ist die Ausbeute in der Produktion wesentlich geringer als erwartet. Österreich dürfte zunächst nur rund 300.000 Dosen der Vakzine erhalten. Dann sollen pro Woche 70.000 bis 100.000 nachgeliefert werden.
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