Eines der Mitglieder des parlamentarischen Spitzelausschusses muss eine Abschrift des Haider-Polizeiaktes nämlich an das Magazin weitergegeben haben. Warum allerdings der Haider-Polizeiakt in diesen U-Ausschuss, der ganz anderes untersucht, gelangen konnte, ist – wie auch vieles anderes Merkwürdiges – nicht nachvollziehbar.
8 Promille Alkohol
Die Gemüter erregen sich nun an Details des Aktes, wie etwa an der Feststellung, bei Haider habe man im Magen fast 8 Promille Alkohol nachgewiesen. Ein Promillegehalt, der allerdings mit jenen Promille, die beim polizeilichen Atemtest festgestellt werden, überhaupt nichts zu tun hat. Bei einem polizeilichen Atemtest gibt es nämlich keine 8 Promille, weil man vorher schon tot wäre.
"Lassen uns das nicht gefallen"
Entsetzt über die Weitergabe von Haiders Polizeiakte ist die Familie des am 11. Oktober 2008 verstorbenen Jörg Haider. „Wir lassen uns
das nicht gefallen“, so Uschi Haubner, Haiders Schwester. Sie erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Verletzung der Privatsphäre.
Haubner, die BZÖ-Spitzenkandidatin für die Oberösterreich-Wahl am Sonntag ist, vermutet auch, dass man dem BZÖ durch die Weitergabe des Haider-Aktes politisch schaden wollte. Eines Aktes, in den „bisher nicht einmal die Familie Einblick hatte“.
Lückenlose Aufklärung der Weitergabe des Haider-Polizeiakes an Medien fordert auch BZÖ-Chef Bucher, der die vier anderen Parlamentsparteien unter Verdacht hat.
von Peter Gnam, "Kronen Zeitung" und kaerntnerkrone.at
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