Die "Bluetongue"-Impfaktion hat im vergangenen Winter für viel Verunsicherung und Ärger bei den Bauern gesorgt. Diese waren per Verordnung praktisch gezwungen, ihre Tiere vorsorglich gegen den Erreger der Blauzungenkrankheit zu immunisieren. Dennoch gab es einige Impfrebellen.
Einer von ihnen ist der Landwirt Ernst K. aus der Gemeinde Feldkirchen: „Zu diesem Zeitpunkt hat uns ja niemand sagen können, ob nach der Impfung irgendwelche Nebenwirkungen zu erwarten seien. Niemand wusste, ob die Milch weiter bedenkenlos verarbeitet werden kann oder auch das Fleisch.“
Bio-Bauer ließ Ziegen nicht impfen
Weil es auch auf dem Beipackzettel keine Informationen gegeben hätte, wollte der Bio-Bauer eine Unbedenklichkeitsbescheinigung von der Amtstierärztin. „Die hat das aber nicht unterschreiben wollen.“
Deshalb weigerte sich Ernst K., seine 20 Ziegen impfen zu lassen: „Als Versuchskaninchen sind mir meine Tiere zu schade!“
360 Euro Geldstrafe!
Die Folge: Dem Landwirt flatterte im Juni eine Strafverfügung der Bezirksbehörde ins Haus: 360 Euro Geldstrafe! Das will sich der Feldkirchner nicht gefallen lassen. Er hat dagegen Einspruch erhoben: „Der Bescheid allein ist schon ein Witz. Aber dass in den Bezirken unterschiedlich hohe Strafen verhängt werden, grenzt schon an Willkür.“ So habe ein Schaf- und Ziegenbauer aus Völkermarkt für das gleiche Vergehen nur 100 Euro zu bezahlen.
von Johann Palmisano, "Kärntner Krone"
Symbolbild
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