10.01.2018 15:32 |

Becker-Sohn beleidigt

Gericht verbietet AfD-Politiker „Halbneger“-Sager

Nach einer rassistischen Äußerung auf Twitter über den Sohn der deutschen Tennislegende Boris Becker hat das Berliner Landgericht gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier eine einstweilige Verfügung erlassen. Danach darf Maier das Wort "Halbneger" nicht mehr wiederholen. Das teilte Noah Beckers Anwalt am Mittwoch mit. Gegen die Verfügung kann Maier Rechtsmittel einlegen, diese haben jedoch keine aufschiebende Wirkung. "Solange ein Gericht nicht etwas anderes entscheidet, bleibt die Verfügung wirksam", sagte Beckers Anwalt.

Über den Twitter-Account des sächsischen Abgeordneten war Anfang Jänner der Satz veröffentlicht worden: "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären." Der Kommentar wurde später gelöscht. Der Kommentar des sächsischen Abgeordneten hatte sich auf ein Interview bezogen, in dem Becker erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine "weiße Stadt", er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe attackiert worden. Maier erklärte, nicht er selbst, sondern ein Mitarbeiter habe die Zeilen verfasst. Diesem habe er eine Abmahnung erteilt. Bei Becker wolle er sich entschuldigen. 

Becker-Anwalt: "Maier hat sich bei uns noch nicht entschuldigt"
Noah Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser sagte am Mittwoch: "Bisher hat sich Maier überhaupt nicht bei uns gemeldet - weder entschuldigt, noch eine Unterlassungserklärung abgegeben." Neben dem Antrag auf Erlass der einstweiligen Verfügung hatte Becker am Mittwoch vergangener Woche "wegen aller hier in Betracht kommender Delikte" Strafanzeige erstattet sowie Strafantrag gestellt. Bislang prüft die Berliner Staatsanwaltschaft, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, teilte der Sprecher der Behörde am Dienstag mit. 

Boris Becker: "Auf die Straße gehen!“
Nach den Beschimpfungen aus den Reihen der AfD gegen seinen Sohn hat Boris Becker zum Kampf gegen Rassismus aufgerufen. In einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag" schrieb der deutsche Ex-Tennis-Star: "Es ist Zeit, aufzustehen, den Finger zu heben und auf die Straße zu gehen. Hier und auf der ganzen Welt."

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