Brandstiftung?

Feuer um Los Angeles von Menschen verursacht

Ausland
03.09.2009 19:53
War es Brandstiftung oder ein Versehen? Die verheerenden Waldbrände bei Los Angeles sind nicht durch Blitzschlag, sondern durch menschliches Verschulden entstanden. Dies teilte Einsatzleiter Carlton Joseph mit. Er machte keine Angaben darüber, ob es sich um Brandstiftung handelt, oder ob das Feuer, etwa durch eine weggeworfene Zigarette, versehentlich entzündet wurde, berichtete der Sender KTLA. Unterdessen ist es der Feuerwehr gelungen, die Brände weiter einzudämmen. Am Dienstag war erstmals eine Besserung der Situation eingetreten (siehe Artikel in der Infobox).

Nach einem einwöchigen Kampf gegen die Feuerwalze machten die mehr als 3.000 Feuerwehrleute am Mittwoch (Ortszeit) weiter Fortschritte. Der riesige Feuerherd nördlich der Millionenmetropole war in der Nacht auf Donnerstag um knapp 30 Prozent eingedämmt, teilten die Behörden mit.

Vorrücken der Brände abgewehrt
Ein weiteres Vorrücken der Brände in Wohngebiete wurde erfolgreich abgewehrt. Tausende Anrainer, die tagelang vor den Flammen auf der Flucht waren, durften wieder in ihre Häuser zurückkehren. 64 Hausbesitzer fanden allerdings nur noch verkohlte Reste vor. Am Mittwoch brannten in Kalifornien noch fünf große Feuer, sagte Gouverneur Arnold Schwarzenegger bei einem Besuch in einem der Brandgebiete. Insgesamt seien 155 Wohnhäuser in Schutt und Asche gelegt worden.

Der jüngste Löscheinsatz kostete den Staat bereits 21 Millionen Dollar (14,7 Millionen Euro), berichtete der Nachrichtensender CNN. Schwarzenegger sagte den Opfern des Feuersturms schnelle Hilfe zu. Trotz der Geldkrise in Kalifornien "werden wir immer Geld für die Feuerbekämpfung haben, denn die öffentliche Sicherheit ist unsere höchste Priorität", versicherte der frühere Action-Star.

Flammen abgedrängt
Die lodernden Flammen konnten unterdessen weiter in das unbewohnte Hinterland abgedrängt werden. Dichter Rauch hing aber noch über den Vororten am Fuß der brennenden San-Gabriel-Berge. Die Gesundheitsbehörde riet wegen "schlechter" Luftqualität weiterhin von körperlichen Aktivitäten unter freiem Himmel ab.

Der massive Brand in dem Waldgebiet wurde jetzt als größtes Feuer in der jüngeren Geschichte des Bezirks Los Angeles eingestuft. "Es ist das am heißesten brennende und das zerstörerischste Feuer, das ich je erlebt habe", sagte Jerry Meehan, Chef der Bezirksfeuerwehr, der "Los Angeles Times". Die Feuerwalze hat ein riesiges schwarzes Loch in eine der beliebtesten Natur- und Wanderregionen nahe Los Angeles gerissen. Mehr als 560 Quadratkilometer Land, darunter große Flächen mit Kiefernwäldern und Büschen, sind vollständig verkohlt.

Brände 2008 noch verheerender 
Verglichen mit den Großfeuern der vergangenen Jahre kamen die Kalifornier diesmal glimpflich davon. Im Bezirk San Diego war 2003 eine doppelt so große Fläche abgebrannt. 2800 Häuser gingen damals in Flammen auf. Bei schweren Bränden in Südkalifornien im Herbst 2007 trieb eine gigantische Feuerwalze zwischen San Diego und Malibu zeitweise eine Million Menschen in die Flucht. Mehr als 1.500 Häuser wurden zerstört, zwölf Menschen kamen ums Leben.

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