Ohne jede Spur

Iran: Vergewaltigte Demonstrantin verschwunden

Ausland
02.09.2009 22:54
Im Iran ist nach Aussage des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mehdi Karroubi eine Frau verschwunden, die nach den Protesten gegen die Wahlen verhaftet und im Gefängnis vergewaltigt worden war. Sie sei von den iranischen Justizbeamten derart "skandalös" behandelt worden, dass sie nun verschwunden sei und es keine Neuigkeiten von ihr gebe, erklärte Karroubi am Mittwoch auf seiner Internetseite. Dabei ließ er offen, ob die Frau untertauchte oder nach ihrer Freilassung wieder in Haft gesteckt wurde.

Karroubi erhob zudem schwere Vorwürfe gegen die Methoden der Justiz. Die Beamten hätten versucht, die Frau einzuschüchtern, als sie ihre Vorwürfe, im Gefängnis vergewaltigt worden zu sein, untermauern wollte. Teherans früherer Staatsanwalt Said Mortazavi und seine Mitarbeiter seien "für jeden beklagenswerten Vorfall" verantwortlich, der der Frau passiert sein könnte, erklärte Karubi.

Karroubi hatte Ende Juli in einem Brief an Ex-Präsident Akbar Hashemi Rafsanjani geschrieben, dass nach Angaben von Häftlingen mehrere bei den Protesten festgenommene Frauen und Männer brutal vergewaltigt und misshandelt worden seien. Konservative Politiker wiesen die Vorwürfe zurück und bezichtigten den Oppositionspolitiker der Lüge. Karroubi hatte seine Vorwürfe jedoch immer wieder erneuert.

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