Mindestens 19 Tote
Selbstmordanschlag auf Polizei in Inguschetien
Nach ersten Angaben betrug die Sprengkraft der Bombe etwa 50 Kilogramm TNT. Die Polizeiwache stand nach der Explosion in Flammen, auch ein angrenzendes Wohnhaus und mehrere Bürogebäude wurden teils schwer beschädigt. Polizisten hatten noch versucht, das heranrasende Fahrzeug mit Schüssen zu stoppen, was aber nicht gelang, wie der stellvertretende inguschische Innenminister Dsyaudin Dsortow sagte. Nach Polizeiangaben ereigneten sich nach dem eigentlichen Anschlag noch mehrere kleinere Explosionen, da der Attentäter den Laster in der Nähe des Munitionslagers der Polizei in die Luft gesprengt hatte.
Prekäre Lage nach dem Attentat
Staatspräsident Dmitri Medwedew verurteilte das Attentat umgehend und wies das Innenministerium an, die Sicherheitsvorkehrungen in Inguschetien zu verschärfen. Die Behörden ordneten zudem eine dreitägige Staatstrauer an. Die Situation nach dem Terroranschlag war unterdessen kritisch, in Krankenhäusern reichten die Krankenbetten und Blutkonserven für die zahlreichen Verletzten nicht aus, berichtete RIA Novosti. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums von Inguschetien der Agentur telefonisch mitteilte, würden Verletzte zum Teil in Krankenhäuser im Umland eingeliefert. Es mangle an Blutkonserven für Transfusionen, Medikamenten und Medizintechnik.
"Spezialmaßnahmen zur Neutralisierung der Extremisten"
Inguschetien grenzt an Tschetschenien und war in jüngster Zeit wiederholt Schauplatz von Schießereien, Anschlägen und Angriffen auf Sicherheitskräfte. Der Kreml-treue Präsident von Inguschetien, Junus-Bek Jewkurow, der für sein hartes Durchgreifen gegen Extremisten bekannt ist, war bei einem Anschlag im Juni selbst schwer verletzt worden. Im Lichte des neuen Anschlags ordnete er einen verstärkten Schutz der Polizei und anderer Einrichtungen an. Er bezeichnete den Anschlag von Montag als Rache für die Spezialeinsätze gegen bewaffnete Banden an der Grenze Inguschetiens zu Tschetschenien. "Trotz alledem werden die Spezialmaßnahmen zur Neutralisierung der Extremisten fortgesetzt und erst nach der Wiederherstellung der Ordnung abgeschlossen."
Jewkurow: USA, GB und Israel verantwortlich
Die Schuldigen für den Anschlag und deren Hintermänner will der Präsident freilich bereits ausgemacht haben. "Ich bin weit davon entfernt zu glauben, dass dahinter die Araber stehen. Dahinter stecken andere ernstzunehmende Kräfte. Ich habe das schon früher betont und wiederhole es auch jetzt: Der Westen ist weiterhin bemüht, Russland an der Erstarkung bis hin zur Macht der Ex-Sowjetunion zu hindern", so Jewkurow, der weiter meinte: "Die Araber, die in den Nordkaukasus kommen, sind Söldner. Wir wissen aber, wessen Interessen dahinter stehen: die der USA und Großbritanniens, aber auch Israels. Das ist durchaus real."
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