Die Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass Veranlagungen in Wertpapiere einen etwas schalen Beigeschmack bekommen haben. Doch wenn man weiß, worauf man sich einlässt, bietet die aktuelle Situation gute Voraussetzungen dafür, aus den Kursschwankungen der letzten Zeit zu profitieren. Gerade Fonds sind gut dafür geeignet, um sich nun in kalkulierbarem Ausmaß wieder in den Wertpapierbereich vorzuwagen. Worauf du achten solltest, das erfährst du hier.
Zu Beginn sei eines festgehalten: Du solltest dich nur dann auf eine Veranlagung in Wertpapiere einlassen, wenn du dich damit auch wohl fühlst. Erzeugt allein schon der Begriff "Fonds" bei dir Albträume, dann ist ein Ansparen in dieser Kategorie für dich nicht das Richtige – Chancen hin oder her. Generell solltest du nur so viel Geld in die Hand nehmen, wie es deine normale Lebensführung nicht beeinträchtigt und auch dein kürzerfristiges Sparen für Anschaffungen in den nächsten drei bis fünf Jahren zulässt. Denn für Veranlagungen in Fonds braucht man vor allem eins: Zeit. Denn Wertschwankungen können immer wieder auftreten, dann solltest du nicht auf das veranlagte Geld angewiesen sein.
Welcher Fonds ist der richtige?
Zunächst solltest du für dich deine Risikobereitschaft abstecken: Bist du eher sicherheitsorientiert, darf es kalkuliertes Risiko sein, oder willst du zocken und riskierst dabei auch, dass deine Anlage komplett den Bach hinunter geht? Damit hast du eine Grundlage zur Vorauswahl der Fonds geschaffen. Ein Fonds ist aus vielen verschiedenen Wertpapieren zusammen gesetzt und kann dadurch das Risiko für die Anleger beeinflussen. Als Faustregel gilt: Je mehr Anleihen, desto sicherheitsorientierter. Je mehr Aktien, desto spekulativer. Viele Fonds bieten auch Kapital- oder Höchstandsgarantien an, die entweder das eingelegte Kapital oder historisch erreichte Erträge zu einem gewissen Prozentsatz absichern. Bist du sehr sicherheitsorientiert, dann solltest du dich aktiv nach einem derartigen Fonds erkundigen. Allerdings kosten Garantien auch immer Geld, daher werden auch die Erträge geringer ausfallen, als in einem ungesicherten Fonds.
Wie kann ich Fonds vergleichen?
Kennzahlen ermöglichen einen Vergleich zwischen verschiedenen Wertpapierfonds. Hinter den oft kryptischen Bezeichnungen verbergen sich recht einfache und nützliche Kennwerte, die eine Aussage über Risiko und Ertragslage des Fonds treffen. Im Folgenden findest du einen kurzen Überblick der wichtigsten Kennzahlen.
Benchmark
Eine Benchmark ist als Vergleichsmaßstab zu verstehen, anhand derer ein Fonds an einem vergleichbaren Wert gemessen wird. Meist ist eine Benchmark ein Börsenindex, wie beispielsweise der ATX, der vergleichbare Titel enthält. Der Fondsmanager hat das Ziel, gleich gute Erträge wie die Benchmark zu liefern oder diese sogar zu übertreffen.
Bonität
Die Bonität ist eine Kennzahl von Anleihenfonds, die Auskunft über die Güte der im Fonds enthaltenen Anleihen gibt. Die Bonität bewegt sich zwischen der Top-Bewertung AAA bis zur schlechtesten Bewertung C speculative. Je geringer die Bonität, desto höher die Rendite aber auch das Risiko.
Performance
Unter Performance versteht man die Wertentwicklung des eingesetzten Kapitals über einen frei wählbaren Zeitraum. Sie wird in Prozent angegeben. Wird die Performance für genau ein Kalenderjahr angegeben, dann spricht man von Rendite. Die Performance wird üblicherweise als „YTD“ (Year to date = von Jahresbeginn bis zum heutigen Tag), sowie für ein Jahr, drei Jahre und fünf Jahre angeben. Beachte jedoch, dass die Performance ein historischer Wert ist und daraus für zukünftige Wertentwicklungen streng genommen keine Rückschlüsse gezogen werden können.
Sharpe Ratio
Diese Kennziffer sagt dir, ob sich das eingegangene Risiko gelohnt hat. Der Fonds wird dabei in Vergleich zu einer risikolosen Geldanlage, z.B. ein Sparbuch, gesetzt. Je höher die Sharpe-Ratio, desto mehr hat sich das Risiko bezahlt gemacht. Hast du zwei Fonds, die eine identische Anlagephilosophie verfolgen, dann ist jener besser, dessen Sharpe Ration höher ist, da er seine Erträge mit weniger Risiko verdient hat.
Volatilität
Die Volatilität zeigt, wie schwankungsfreudig ein Fonds ist. Je größer die Schwankungen waren, desto größer auch das Risiko, mit dem der Fonds seine Erträge erwirtschaftet.
Maximum Drawdown
Diese Kennzahl zeigt dir, wie stark ein Fonds in der angegebenen Zeitspanne maximal nach unten gegangen ist. Frage dich, ob du mit einer derartigen Schwankung leben könntest. Lautet deine Antwort nein, dann Finger weg.
Kostenfaktoren
Bei Fonds sind immer auch Kosten im Spiel. Die gängigsten Kosten sind Ausgabeaufschläge für den Ankauf des Fonds. Je managementintensiver ein Fonds, desto höher die Ausgabeaufschläge. Diese sind bei jedem Ankauf des Fonds zu begleichen. Managementgebühren werden jährlich verrechnet und sind in der Regel in der Performance-Darstellung schon berücksichtigt. Erkundige dich auch aktiv nach Verkaufsspesen, die bei manchen Anbietern anfallen können. Außerdem sind Depotführungsgebühren sowie die Abführung der Kapitalertragssteuer zu berücksichtigen.
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