Geheimsprache

So deutest du Stellenanzeigen richtig

Wirtschaft
15.09.2009 10:42
Wer sich schon einmal auf Jobsuche begeben hat, der weiß, dass der Dschungel aus Stellenanzeigen nur schwer zu durchdringen ist. Besonders herausfordernd ist es, die eigene Sprache der Personalverantwortlichen richtig zu deuten. Denn manchmal ist auf den zweiten Blick nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Wie du Anzeigen richtig interpretierst, das erfährst du hier.

Eine gute Jobanzeige sollte kurz und knapp auf den Punkt bringen, welche Anforderungen ein Bewerber mitzubringen hat. Doch leider lässt sich das nicht immer auf den ersten Blick feststellen. Die Jobprofile werden teilweise bewusst schwammig verfasst, um genug Spielraum zu haben. Und nicht selten werden Jobs toller umschrieben, als sie es eigentlich sind. 

Die Sache mit den Managern…

Im heutigen Sprachgebrauch sind englische Stellenbezeichnungen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Was früher eine Sekretärin war, ist heute - je nachdem - eine Front- oder Back-Office-Managerin. Was früher ein Telefonist war, ist heute ein Call-Center-Mitarbeiter. Assistenten verbergen sich oft hinter der Bezeichnung Junior Manager. Um wirklich zu durchblicken, welche Stelle ausgeschrieben wird, solltest du dir die Anforderungen, die unter dem Punkt "Voraussetzungen" zusammengefasst werden, genau durchlesen. So gewinnst du einen Eindruck, welche Qualifikationen erforderlich sind, um den Job zu erfüllen und welche Art von Mitarbeiter tatsächlich gesucht wird. 

Voraussetzungen und "Nice to Haves"
Auch gilt es, eine Stellenanzeige dahingehend zu durchleuchten, welche Anforderungen du mitbringen musst und wo die Personalabteilung mit sich reden lassen wird. Absolute Muss-Kriterien findest du unter Anforderungen oder Voraussetzungen angeführt. Das sind meist Kriterien, wie Jahre der Berufserfahrung, Ausbildung, bisherige Einsatzgebiete und die sogenannten „Soft-Skills“, also Eigenschaften, die dich auszeichnen, wie etwa: Einsatzbereitschaft, Flexibilität oder Ähnliches.

Kann-Kriterien sind meist in einem Absatz unter „Weiters wünschenswert sind …“ angeführt. Dies sind Wünsche der Personalabteilung, jedoch kannst du auch ohne diesen ein guter Kandidat für den Job sein, wenn du dich entsprechend verkaufen kannst. Die Summe aller Kriterien solltest du so gut wie möglich in deinen Bewerbungsunterlagen einfließen lassen, um zu zeigen, dass du genau der Kandidat bist, der gesucht wird. 

Verklausulierungen
Bestimmte Vertragskonditionen, oft das Gehalt betreffend, findest du durch die Blume beschrieben am Ende der Stellenanzeige. Das sprichwörtliche „leistungsorientierte“ Gehalt bedeutet, dass du provisionsbasierend arbeitest. Flexibilität kann bedeuten, dass du verschiedene Dienstorte hast oder dass einige Überstunden auf dich zukommen. Ein „sicherer Job mit vielen Weiterbildungsmöglichkeiten“ steht dafür, dass das Unternehmen nicht unbedingt zu den besten Zahlern gehört. Auch ein sehr gutes Betriebsklima bedeutet oft, dass die Gehälter nicht die höchsten sein müssen.

Nachfragen
Bist du dir nicht sicher, was genau gemeint ist, dann scheue dich nicht, auch in dem Unternehmen anzurufen und nachzufragen. Denn nur so kannst du Unklarheiten beseitigen, die eventuell ausschlaggebend dafür sind, ob du den Job haben willst, oder nicht. Bewirbst du dich tatsächlich, dann zeigt dein Anruf Engagement und Eigeninitiative.

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