Warum schaffen es eigentlich alle anderen, Nein zu sagen, nur du nicht? Die Antwort ist genauso einfach wie brutal: Du bist selbst daran schuld! Viele Menschen haben es einfach in sich verankert, nicht Nein sagen zu können. Sie könnten ja jemanden enttäuschen oder verletzen. Dass der Einzige, dem sie so wirklich Schaden zufügen, sie selbst sind, sehen sie nicht. Denn mit jedem Ja wird ein Stückchen Energie abgegeben – Energie, die dann nicht mehr für das eigene Leben zur Verfügung steht und über kurz oder lang unglücklich macht. Und je öfter man Ja sagt, umso schwieriger wird es, Nein zu sagen...
Warum sage ich immer Ja?
Zunächst solltest du dir klar machen, warum du zu bedingungsloser Zustimmung neigst. Bei manchen Menschen ist es einfach so, dass sie Angst haben, sich mit einem Nein unbeliebt zu machen. Andere meinen, niemandem einen Gefallen abschlagen zu dürfen – schließlich kann man sich sonst selbst nichts mehr von dieser Person erwarten. Einige Menschen sind vielleicht zu sozial und hilfsbereit, um ihren Mitmenschen Hilfe zu verweigern. Andere wollen möglichen Konflikten aus dem Weg gehen. Ganz egal, wo dein persönliches Motiv liegt, finde es und du kannst beginnen, am Nein-Sagen zu arbeiten.
Wie schaffe ich es, Nein zu sagen?
Zuerst solltest du dir klar machen, dass jeder Mensch ein Recht auf sein Nein hat. Du tust dir selbst sonst auf lange Sicht nichts Gutes und machst dich in der Arbeit höchstens zum Idioten vom Dienst, dem man getrost alles zuschieben kann – schließlich machst du es ja doch immer, wenn man dich um etwas bittet.
Dann solltest du lernen, dir zu überlegen, wann dein Nein Sinn macht und welche Konsequenzen es hat. Bittet dich dein Chef um die Erledigung von Schriftverkehr spät abends, dann ist dein Nein durchaus sinnvoll. Schließlich hast du einen langen Arbeitstag hinter dir und bist schon müde und fehleranfällig. Wenn dein Chef deine Arbeitskraft in einem wichtigen Projekt braucht, bei dem auch Überstunden anfallen können, dann ist ein Nein wahrscheinlich nur eine Karrierebremse.
Weiters gilt es, dein Nein richtig zu verpacken. Du solltest ein Nein immer mit einer Verständnis-Signalisierung an dein Gegenüber beginnen und zugleich eine Alternative vorschlagen. „Chef, ich verstehe, dass Ihr Schriftverkehr wichtig ist. Daher denke ich, dass es besser ist, wenn ich morgen früher komme und alles voll konzentriert erledigen kann.“ Wenn dein Kollege mit einer Aufgabe auf dich zukommt, dann gib ihm Tipps für die Erledigung und biete ihm an, ihm zu helfen, wenn er nicht weiter kommt.
Diese Art des Nein-Sagens hat gleich mehrere Vorteile. Dein Gegenüber fühlt sich nicht abgeblockt, sondern bemerkt Verständnis für sein Anliegen. Damit wirst du nicht als unwirsch oder unkooperativ wahrgenommen. Zweitens kommt in dieser Art des Nein-Sagens das Nein selbst als Wort gar nicht vor. Auch Formulierungen wie "leider", "nicht", "unglücklicherweise" etc., die klar negativ besetzt sind, kannst du so vermeiden. Damit machst du aus einem Nein eigentlich eine positive Antwort. Gerade am Anfang kann es dabei auch hilfreich sein, sich kurz Bedenkzeit zu nehmen. So kannst du auch gleichzeitig an der Formulierung deines Neins arbeiten. Und du wirst sehen, ein Nein von Zeit zu Zeit tut niemandem weh.
Wann ist ein Nein unangebracht?
Wenn du dich selbst dabei ertappst, nur aus Bequemlichkeit oder Angst Nein zu sagen, dann solltest du dem etwas genauer auf den Grund gehen. Genauso kann es sein, dass ungelöste Konflikte im Raum stehen und du daher zum Trotz Nein sagen willst. Auch hier gilt es, den Grund für dein Nein zu beleuchten und das tiefer liegende Problem zu bekämpfen.
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