Mord an Roma

13-Jährige hat die Angreifer gesehen

Ausland
04.08.2009 13:27
Die ungarische Polizei sieht den Mord an einer 45-jährigen alleinerziehenden Mutter als Teil einer seit etwa einem Jahr andauernden Angriffswelle auf Roma. Die Frau war in der Nacht auf Montag von unbekannten Angreifern in ihrem Haus erschossen worden, die 13-jährige Tochter überlebte die Attacke schwer verletzt. Erste Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass das Mädchen die Angreifer höchstwahrscheinlich gesehen hat. Der ungarische Polizeipräsident Jozsef Bencze erhöhte unterdessen die auf die Mörder ausgesetzte Prämie von 50 auf 100 Millionen Forint (umgerechnet 376.000 Euro), berichtete die Online-Ausgabe der Zeitung "Nepszabadsag".

Die 13-Jährige liegt derzeit schwer verletzt im Krankenhaus. Ärzte schließen nicht aus, dass die Erinnerung des Mädchens zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorgerufen werden könnte. Allerdings steht die Jugendliche derzeit unter Schock, weshalb sie noch nicht einvernommen werden kann. Angesichts der schweren Kopfverletzungen, die das Mädchen erlitten hat, rechnen die Ärzte mit einer bis zu sechswöchigen Behandlungsdauer, meldete die Nachrichtenagentur MTI. 

Dorfbewohner fassungslos
Nach einem Bericht der Internetzeitung "index" hatten die Täter offenbar die Tür eingetreten und in das Haus gefeuert. Die Nachbarn hörten zwar das Geräusch von drei oder vier Schüssen, die tote Frau und das unter Schock stehende Kind wurde aber erst in der Früh von Verwandten entdeckt. "Das Opfer war eine arbeitsame Frau, sie hat ihre Tochter unter kultivierten Verhältnissen allein erzogen", berichtete Bürgermeister Sandor Penzes gegenüber "index". Keiner im Ort verstehe, wer der Frau etwas hätte antun wollen.

Immer wieder Übergriffe auf Roma
Seit rund einem Jahr kommt es in Ungarn immer wieder zu aufsehenerregenden Angriffen auf die Häuser von Roma-Familien. Zuletzt war im April ein Mann im ostungarischen Tiszalök vor seinem Haus erschossen worden. Besonderes Entsetzen hatte ein Anschlag im Februar im zentralungarischen Tatarszentgyörgy ausgelöst, bei dem ein fünfjähriges Kind und dessen Vater getötet worden waren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
04.08.2009 13:27
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung