"Das Baby ist tot"
Zweieinhalb-Meter-Python erwürgt Kleinkind
Wie die Polizei später berichtete, brach die Riesenschlange am Mittwochabend aus ihrem Terrarium aus und kroch unbeobachtet ins Kinderzimmer. Das Reptil gehörte dem Lebensgefährten von Shalunnas Mutter.
Als der 32-Jährige das Fehlen der Schlange bemerkte, machte er sich auf die Suche und fand im Kinderzimmer die grausame Szene vor. Am Kopf des Kindes waren noch Bissabdrücke zu sehen. Charles Jason D. stach auf die Schlange ein, bis er ihr das tote Mädchen entwinden konnte. Eine Lizenz, dass er Schlangen halten darf, besitzt er nicht, wie die Polizei weiter mitteilte.
Noch wurde gegen den Mann keine Anklage erhoben, die Behörden ermitteln aber, ob neben dem offensichtlichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz auch eine Vernachlässigung des Kindes oder andere Straftatbestände bestehen. Von wem der Notruf stammte, sagte die Polizei nicht.
Reptilienexperte: Python sah Kind als Nahrung
Der Python habe das Kind erwürgt, weil er sich möglicherweise bedroht gefühlt habe, erklärte der Reptilienexperte George Van Horn. Es könne aber auch sein, dass die Schlange das kleine Mädchen schlicht für Nahrung gehalten habe. Der Python wird, solange die Ermittlungen laufen, bei einem Schlangenfreund mit den erforderlichen Papieren untergebracht.
Nach Angaben einer Tierschutzorganisation wurden seit 1980 zwölf Fälle in den USA bekannt, in denen als Haustiere gehaltene Pythons einen Menschen getötet haben. Unter den Opfern seien fünf Kinder, teilte die Humane Society of the United States (HSUS) mit.
Tigerpythons werden in Florida immer mehr zum Problem. "Die Leute kaufen die Tiere, wenn sie klein sind. Und wenn sie dann wachsen, können sie sie entweder nicht mehr unter Kontrolle halten oder sie setzen sie einfach aus", berichtete Jorge Pino von der staatlichen Wildkommission.
Wissenschafter vermuten auch, dass einige der aus Südostasien stammenden Tigerpythons 1992 bei den Verwüstungen durch Hurrikan "Andrew" aus einer zerstörten Tierhandlung entkommen konnten. Eigentlich ist diese Python-Art in Flordia nicht heimisch, doch sie kommen mit den Umweltbedingungen in dem oft schwülwarmen US-Bundesstaat offenkundig blendend zurecht und vermehren sich. In den Everglades gibt es inzwischen eine richtige Tigerpython-Population. Mit einer Länge von acht Metern und einem Gewicht über 90 Kilo gehört der Tigerpython zu den größten Schlangen der Welt.
In den Everglades versuchte eine dieser Schlangen einmal, einen Alligator zu verschlingen. Die Gefräßigkeit endete tödlich für beide Reptilien: Der Python platzte beim Versuch, den Alligator hinunterzuwürgen.
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