Kein Gesamtkonzept

Kritik an Hochwasser-Schutzmaßnahmen wird laut

Burgenland
28.06.2009 09:12
Nach den schweren Überschwemmungen im Burgenland wird nun Kritik am Hochwasserschutz immer lauter. Viele Millionen Euro wurden in Dämme und Überlaufbecken investiert, dennoch richteten die Fluten vor allem im Bezirk Güssing enorme Schäden an. Das Land verspricht indes, weitere Finanzmittel für die Opfer bereitzustellen.

Auch wenn die Pegel langsam sinken, die Beseitigung der Schäden wird noch lange dauern. Hunderte Keller wurden überflutet, Hab und Gut zerstört. Viele Opfer mussten sogar in Notquartiere übersiedeln. Firmen klagen über Verluste der Lagerbestände. Schlimm trafen die Unwetter den Landessüden. In 24 Stunden gab es im Bezirk Güssing zweimal Hochwasseralarm: "Kaum hatten wir mit dem Aufräumen begonnen, kam die nächste Flut."

Alle Hintergründe zum Hochwasser: siehe Infobox!

Gesamtkonzept fehlt
Kritik wird am Hochwasserschutz laut. "Zwar wird viel Geld in einzelne Projekte investiert, ein Gesamtkonzept fehlt aber. Auch die Bürgermeister sind gefragt, müssen endlich gemeinsam handeln", heißt es aus den Orten entlang der Wulka.

"Alle helfen mit"
"Die Grenzwerte, die bisher für alle Brücken und Schutzbauten maßgeblich waren, wurden um 30 Prozent übertroffen. Jetzt müssen Techniker beraten, ob diese Normen künftig noch ausreichen", sagt Landeshauptmann Hans Niessl. Er kündigte zusätzliche Finanzmittel als Hilfe für die Opfer an. Angesichts der Katastrophe gebe jedoch der Zusammenhalt in der Bevölkerung Mut. "Alle helfen mit", betont Niessl. 

Spontan abgesagt wurde die Premiere der Festspiele Güssing. Intendant Frank Hoffmann: "Wir können auf der Burg keine Komödie aufführen, während in der Stadt die Menschen um ihre Existenz kämpfen."

von Karl Grammer, Kronen Zeitung

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