Schlimme Zustände
6.500 Zivilisten bei Kämpfen in Sri Lanka getötet
Die Zahl der zivilen Todesopfer sei mit dem Andauern der Kämpfe in letzter Zeit dramatisch gestiegen, heißt es in den UN-Unterlagen. Während Ende Jänner jeden Tag durchschnittlich 33 Zivilpersonen getötet worden seien, sei diese Zahl bis April auf 116 gestiegen. Allein bei einer Offensive der Streitkräfte am Montag kamen nach Angaben tamilischer Rebellen 1.000 Zivilisten ums Leben. Das Rote Kreuz sprach von Hunderten Toten oder Verletzten. Die Soldaten hatten Linien der Rebellen in einer 20 Quadratkilometer großen Schutzzone durchbrochen, in der Zehntausende Menschen eingeschlossen waren.
100.000 Flüchtlinge auf den Beinen
In den vergangenen Tagen sind mehr als 100.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen. Die UNO sei sehr besorgt, dass Vorräte und Infrastruktur nicht für die Masse an Flüchtlingen ausreichten, sagte Sprecher Gordon Weiss. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich am Donnerstag angesichts der kritischen Lage "sehr besorgt". Die Regierung in Colombo räumte inzwischen einen "humanitären Notstand" im Kriegsgebiet ein und bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe - es ist aber unklar, welche Organisationen Zugang zu dem umkämpften Gebiet bekommen werden.
Indien drängt auf Waffenruhe
Indien entsandte am Freitag den Staatssekretär im Außenministerium, Shivshankar Menon, und den nationalen Sicherheitsberater M. K. Narayanan nach Sri Lanka, um auf eine sofortige Waffenruhe zu dringen. "Alles Töten muss ein Ende haben. Es muss ein sofortiges Ende aller Feindseligkeiten geben", sagte ein Sprecher des Ministeriums.
Kritik an beiden Konfliktparteien
Internationale Organisationen haben den Regierungstruppen indes vorgeworfen, dicht besiedelte Gebiete im Kriegsgebiet zu beschießen, und den Rebellen, Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Beide Seiten haben die Anschuldigungen zurückgewiesen.
Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kämpfen seit rund 30 Jahren für einen tamilischen Staat im Norden der früher Ceylon genannten Insel. In den vergangenen Monaten wurden sie jedoch auf einen kleinen Landstrich zurückgedrängt und von Regierungssoldaten immer stärker eingekreist.
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