Blutbad auf Markt

Dutzende Tote bei Sprengstoffanschlag im Irak

Ausland
10.03.2009 20:10
Bei dem Anschlag auf einen Markt im Westen von Bagdad sind nach Angaben der deutschen Nachrichtenagentur dpa am Dienstag 41 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden 55 weitere verletzt, als der Täter seinen Sprengstoffgürtel zündete. Zu den Toten zählten auch der Kommandant eines Bataillons der irakischen Armee sowie mehrere Leibwächter von Marid Abul Hassan al-Hassun, dem Generaldirektor des Innenministeriums für die Angelegenheiten der Stämme.

Aus der nördlichen Stadt Mossul meldete die Polizei am Dienstag neue Angriffe auf Angehörige der christlichen Minderheit. Ein christlicher Arzt starb, als eine Autobombe detonierte, die offensichtlich den Sohn eines christlichen Lokalpolitikers treffen sollte. Durch eine weitere Autobombe, die in einem Christen-Viertel neben einer Polizeipatrouille detonierte, wurden sechs Menschen verletzt.

Granate auf Hochzeitsgesellschaft
In Mossul waren am Montagabend neun Menschen verletzt worden, als Extremisten eine Handgranate auf eine Hochzeitsgesellschaft warfen. In dem Viertel wohnen Angehörige der religiösen Minderheit der Schabak. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak wurde bei einem Raketenangriff auf den britischen Militärstützpunkt am Flughafen von Basra im Südirak am Montagabend ein Zivilist getötet. Nahe des nordirakischen Kirkuk starben am Dienstag zwei Polizisten, als ein Sprengsatz neben dem Konvoi von Polizeidirektor Khalid Mohammed explodierte.

Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari erklärte unterdessen, die nächste Konferenz der Irak-Nachbarstaaten unter internationaler Beteiligung werde im kommenden Frühjahr im Irak stattfinden. Zebari sagte laut Aswat al-Irak, er erwarte, dass die Außenminister der arabischen Staaten und US-Außenministerin Hillary Clinton daran teilnähmen. Der Irak drängt bereits seit einiger Zeit darauf, die Nachbarstaaten-Konferenzen, an denen regelmäßig auch westliche Staaten teilgenommen hatten, nach Bagdad zu verlegen. Einige Staaten haben dies bisher aufgrund von Sicherheitsbedenken abgelehnt, andere aus politischen Erwägungen.

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