Fr, 17. August 2018

Geldregen

09.02.2009 12:59

Frankreich überlässt Autokonzernen 6 Mrd. Euro!

Gegen eine solche Finanzspritze hätten andere Autohersteller wohl auch wenig einzuwenden: Frankreich will seine beiden großen Autokonzerne Renault und PSA Peugeot/Citroen nach Medienberichten mit sechs Milliarden Euro gegen die Absatzkrise stützen. Nach wochenlangen Verhandlungen über die Gegenleistungen wollte Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Montagnachmittag (16:30 Uhr) die Finanzspritze bekanntgeben, kündigte der Élysée-Palast an.

Diese sei an mehrere Bedingungen geknüpft, meldete "Le Figaro": Die großen Konzerne Renault und Peugeot/Citroen dürften im Gegenzug keine Jobs abbauen oder Fabriken schließen, zudem soll es für die Aktionäre nur mäßige Dividenden geben. Weiters müssten die Manager der öffentlich geförderten Unternehmen, wie bereits bei den Banken, auf ihre Boni verzichten.

Bei der Hilfe handelt es sich den Berichten zufolge zunächst um Kredite mit günstigen Zinsen, zwischen 6 und 7 Prozent anstelle der üblichen 11 bis 12 Prozent. Damit soll die Zahlungsunfähigkeit der gebeutelten Konzerne abgewendet werden.

Eine Milliarde bereits im Dezember
Im Dezember hatte Paris bereits eine Milliarde Euro zu ermäßigten Zinsen für die Finanzsparten der beiden Autobauer bereitgestellt. Zudem wurde eine Prämie von 1.000 Euro eingeführt, wenn Neuwagenkäufer ihr altes Fahrzeug verschrotten und ein relativ umweltfreundliches Auto kaufen. Laut dem Wirtschaftsblatt "Les Echos" könnte der Gesamtbetrag von sechs Milliarden Euro noch steigen, wenn der Staat auch die Lastwagensparte von Renault unterstützt.

In Diskussion soll zudem eine Aufstockung des Fonds zur Förderung der Zulieferbranche sein, zu dem bisher der Staat, PSA und Renault jeweils 100 Millionen Euro beisteuern. Präsident Nicolas Sarkozy wolle, dass die Konzerne ihren Zuschuss verdoppeln.

Neben den Autobauern will die Regierung auch den Zulieferern helfen. Neben den bereits bewilligten 300 Millionen Euro sollen Renault und Peugeot/Citroen jeweils weitere 100 Millionen Euro in den Aufbau größerer Zulieferunternehmen nach deutschem Vorbild stecken.

Zwar ging der Absatzeinbruch im Jänner gegenüber dem Vormonat von 15,8 auf 7,9 Prozent zurück. Davon profitierten überraschenderweise aber vor allem deutsche und andere ausländische Produzenten. So konnten Audi, BMW, Mercedes und VW ihre Verkaufszahlen steigern, während sie bei Peugeot/Citroen um 11,2 Prozent und bei Renault sogar um 20,9 Prozent einbrachen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Darf sich ausruhen“
Lionel Messi lässt Argentiniens Testspiele aus
Fußball International
Abschied nach Saison
Alonso: Darum kehrt er der Formel 1 den Rücken
Video Sport
Nach Lieferproblemen
2. WM-Stern: Neues Frankreich-Trikot endlich da!
Video Fußball
Hochzeit als Politikum
Putin sagte Kneissl schon am 19. Juli zu!
Österreich
Brücken-Drama
I: Innenminister fordert Absage von Serie-A-Start
Fußball International
Seien Sie live dabei!
Ganz Linz feiert mit der „Krone“
Oberösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.