2000 illegale Seiten

Wie der Casinos-Platzhirsch das Monopol verteidigt

Wirtschaft
11.03.2026 12:57

Der Glücksspielriese Casinos Austria will am Monopol festhalten – nicht nur aus wirtschaftlichem Interesse, sondern auch zugunsten des Spielerschutzes, betont er. Dass das auf Suchtkrankheiten spezialisierte Anton-Proksch-Institut für eine Marktöffnung eintritt, versteht Vorstandschef Erwin Van Lambaart nicht: „So eine Argumentation habe ich noch nie erlebt.“

Über 2000 aktive Webseiten, die illegales Glücksspiel anbieten, verzeichnen die Casinos Austria täglich. Am einzigen legalen Angebot Win2Day geht ein großer Teil der Spieler vorbei. Trotzdem wollen die Casinos nicht am Monopol rütteln und den Markt für bisher nicht lizenzierte Online-Anbieter weiterhin nicht öffnen. Sie sprechen sich stattdessen für ein hartes IP- und Zahlungsblocking aus. Das Sperren illegaler Anbieter würde am meisten bringen.

Nur zwei Länder haben noch Online-Monopol
„Einfach nur den Markt zu öffnen, ist sicher nicht die richtige Lösung. Es stimmt, dass es nur noch in zwei EU-Ländern ein Monopol gibt. Aber ein Blick in andere Länder zeigt, dass eine Marktöffnung häufig eben nicht funktioniert“, so Vorstandschef Erwin Van Lambaart, der etwa auf Schweden, die Niederlande oder Deutschland verweist. Auch die illegalen Anbieter ohne jeglichen Spielerschutz seien dort nicht eingedämmt worden. Van Lambaart sei grundsätzlich für liberalisierte Märkte, doch Glücksspiel sei ein sensibles Produkt. „Das ist nicht wie ein Kauf eines Autos oder eines Kaffees.“

Dass sich, wie in der „Krone“ berichtet, Suchtexperten des renommierten Anton-Proksch-Instituts dafür aussprechen, mehr Anbieter zuzulassen, versteht Van Lambaart überhaupt nicht. „So eine Argumentation habe ich noch nie erlebt, das gab es auch in anderen Ländern nicht.“ Mehr Anbieter würden mit mehr Werbung, mehr Wettbewerb und aggressiveren Bonis einhergehen, beides gehe zulasten des Spielerschutzes.

Casinos-Chef Erwin Van Lambaart: „Öffnung geht zulasten des Spielerschutzes.“
Casinos-Chef Erwin Van Lambaart: „Öffnung geht zulasten des Spielerschutzes.“(Bild: GEPA)

Abgesehen vom Online-Glücksspiel werden auch die klassischen Casinos-Standorte in näherer Zukunft neu ausgeschrieben. Die 12 Casinos sollen, geht es nach dem Glücksspiel-Boss, in einem oder zwei Paketen ausgeschrieben werden, damit es zu keinem „Rosinenpicken“ bei lukrativen Spielbanken kommt. Die Casinos werden sich aber jedenfalls um alle Standorte wieder bewerben, stellt er klar.

WinWin-Standorte werden geschlossen
Von rund 20 kleinen Video-Lotterie-Terminal-Standorten (WinWin) – kleinere Automatenhallen – wird sich der Monopolist aber aller Voraussicht nach trennen müssen. Denn laut Regierungsprogramm und auch laut aktuellem Gesetzesentwurf sollen diese nicht mehr neu ausgeschrieben werden. „Das würde mit dem Verlust von 200 Arbeitsplätzen einhergehen“, so der Manager. 

Koalition will Ergebnis bis Ende März
Die nächsten Wochen verhandeln die drei Koalitionsparteien noch um die Zukunft des Glücksspielmarkts. ÖVP und Neos tendieren eher zu einer Liberalisierung, die SPÖ will am Monopol festhalten. Langsam läuft der Regierung aber auch die Zeit davon. Die Ausschreibung ist längst überfällig, die bestehenden Lizenzen müssen bereits sicher verlängert werden. Die geplante Schaffung einer unabhängigen Glücksspielbehörde wird zudem noch einige Zeit dauern – bis Sommer sollen die Würfel aber gefallen sein.

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