Gebrochener Mann

Dutroux-Fahnder starb Jahre nach fatalem Fehler

Ausland
22.01.2009 10:39
Er hätte ein Held werden können, doch er starb als gebrochener Mann. Der belgische Polizist Rene Michaux, der bei der Suche nach zwei Opfern des Kinderschänders Marc Dutroux im Dezember 1995 kläglich versagte, ist nach Medienberichten vom Donnerstag im Alter von nur 55 Jahren gestorben. Bei zwei Durchsuchungen des Dutroux-Hauses in Charleroi übersah der Fahnder den Kellerkerker, in dem der Kinderschänder die beiden neunjährigen Mädchen Julie und Melissa gefangen hielt. Michaux hörte sogar Kinderstimmen, schenkte diesen aber nach eigenen Angaben keine Beachtung.

Sowohl Julie und Melissa als auch zwei weitere Dutroux-Opfer starben nach den erfolglosen Hausdurchsuchungen. Erst nachdem Dutroux zwei weitere Mädchen entführte und in den winzigen Kerker sperrte, kamen Fahnder aus einer anderen belgischen Region dem Verbrecher auf die Spur. Der Fall erregte internationales Aufsehen, weil er massive Probleme der belgischen Polizei und Justiz ans Licht brachte und eine Staatskrise auslöste.

Dutroux wurde im Juni 2004 - acht Jahre nach seiner Festnahme - wegen dreifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Aussage des Polizisten Michaux gehörte zu den wichtigen Momenten des Dutroux-Prozesses. Der Kettenraucher erkrankte später an Zungen- und Kehlkopfkrebs und starb nun nach Angaben der Zeitung "Le Soir" an einer Darmentzündung.

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