Schelte für Sarkozy

“Als Abgeordneter war er ziemlich faul”

Ausland
16.01.2009 17:04
Es gibt Menschen, die werfen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy vor, dass er zum Aktionismus neigt und auf jeder Hochzeit tanzt. Doch das ist dem konservativen Staatsoberhaupt egal. „Ich lasse mir lieber Hyperaktivität als Faulheit vorwerfen“, sagte er unlängst bei seiner Silvesteransprache und forderte mehr Einsatz von den Abgeordneten. Doch jetzt schlagen die Parlamentarier zurück. „Als Abgeordneter war Sarkozy faul“, höhnt René Dosière, Parlamentarier der Sozialdemokraten, und führt für seine Behauptung gleich handfeste Beweise an.

„Zwölf Jahre lang war Sarkozy Präsident in der Pariser Nationalversammlung, doch in  dieser Zeit hat er gerade einmal eine Stunde Redezeit zusammengebracht“, behauptet Dosière und zieht daraus gleich weitere Schlüsse. „Unser Präsident verfügt über keine parlamentarische Kultur und keine gesetzgeberische Erfahrung. Er versteht die Verfahren nicht“, so der Sozialist. Auch vor Debatten habe sich Sarkozy während seines Mandats als Vertreter des Départements Hauts-de-Seine (bei Paris) meistens gedrückt.

Mit seiner Attacke bringt René Dosière den Präsidenten nicht zum ersten Mal in Verlegenheit. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine von dem Sozialisten gestellte parlamentarische Anfrage ergeben, dass Sarkozys Ehefrau Carla Bruni über eine Kreditkarte verfügt, die über ein Konto des Finanzministeriums abgerechnet wird. Mit ihr sollte die Präsidenten-Gattin Präsente für Staatsbesuche besorgen, doch auf der Abrechnung tauchten auch Cafébesuche für mehrere hundert Euro auf.

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