Postenschacher?

Blagojevich will um Gouverneursamt kämpfen

Ausland
21.12.2008 11:07
Der unter Korruptionsverdacht stehende US-Gouverneur Rod Blagojevich hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und einen Rücktritt kategorisch abgelehnt. Er werde "bis zum letzten Atemzug" um sein Amt kämpfen, sagte der von einem Amtsenthebungsverfahren bedrohte Gouverneur des Staates Illinois in Chicago. Es war seine erste öffentliche Erklärung seit seiner vorübergehenden Festnahme vor zehn Tagen.

Blagojevich wird vorgeworfen, er habe versucht, den freiwerdenden Senatssitz des designierten US-Präsidenten Barack Obama regelrecht zu versteigern bzw. zu verkaufen. Als Gouverneur hat er die Befugnis, einen Nachfolger für Obama zu bestimmen, der dessen Sitz im US-Senat bis zur nächsten regulären Wahl einnimmt. Sein Anwalt Ed Genson erklärte in der vergangenen Woche, die Ermittler hätten keine Befugnis gehabt, die Gespräche des Gouverneurs abzuhören. Beweise für den Korruptionsverdacht gebe es nicht.

"Parteifreunde" rücken ab
Die republikanische Senatorin Christine Radogno warf Blagojevich nach dessen dreiminütiger Rede am Freitag Realitätsverlust vor. Selbst bei Parteifreunden hat der 52-Jährige inzwischen den Rückhalt verloren. Das Abgeordnetenhaus hat mit 133 Stimmen ohne Gegenstimme die Einsetzung eines Amtsenthebungsausschusses beschlossen. Beobachter erwarten nun eine lange juristische Auseinandersetzung, die die Geschäfte der Regierung des Staats lähmen könnte.

Nachspiel für Obama?
Der Fall Blagojevich könnte auch zur Belastung für den künftigen US-Präsidenten Barack Obama werden. Der Gouverneur unterhielt seit Jahren freundschaftliche Beziehungen zum Kongressabgeordneten Rahm Emanuel, der Obamas Stabschef werden soll. Emanuel und Obama haben sich bisher nicht dazu geäußert, ob Emanuel etwas von den mutmaßlichen Versuchen des Gouverneurs wusste, Obamas Senatssitz zu verkaufen. Obama hat jedoch angekündigt, er werde in dieser Woche eine Auflistung der Kontakte seines Übergangsteams mit Blagojevich vorlegen. Allerdings müsse zunächst die Staatsanwaltschaft zustimmen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
21.12.2008 11:07
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung