Verteidiger sauer
Buch-Deal kostet Marco W. beide Anwälte
Die deutsche "Bild" hat diese Woche eine Serie mit Auszügen aus dem Buch begonnen. Im ersten Kapitel über die "verhängnisvolle Nacht" mit der 13-jährigen Charlotte heißt es etwa: "Sie war groß, mindestens 1,70 m, und, wie einer meiner Freunde bewundernd feststellte, 'recht üppig ausgestattet'." Zumindest dieses Kapitel des am Freitag erschienenen, 200 Seiten starken Buches ist voll mit schwülstigen Schilderungen über die Begegnung mit dem Mädchen, das sich Marco Weiss als 15-Jährige vorgestellt haben soll.
Dem Text zufolge soll Charlotte - im Buch heißt sie "Carolina" - die Initative ergriffen haben: "Sie tastete mit ihren Fingern schon über meine Brust. War angenehm, zugegeben. [...] Sie schob ihre Hand erst unter meinen Pulli, ließ ihre Finger dann langsam nach unten wandern." Zum Sex sei es demnach nicht gekommen, Marco Weiss schreibt laut "Bild": "Doch noch ehe es richtig angefangen hatte, war bei mir schon alles vorbei. Ich schämte mich, dass ich so früh gekommen war. [...] Carolinas Stimme vibrierte, da merkte ich schon: Sie war sauer!"
Anwalt: "Habe stets versucht, Schaden abzuwenden"
Den Verteidigern des 18-jährigen sind diese Passagen zuviel. Zuerst trat Anwalt Matthias Waldraff zurück. "Ich habe stets versucht, Schaden von Marco abzuwenden", sagte Waldraff der "Neuen Presse". Das Buch mache es ihm nun unmöglich, weiterhin in diesem Sinne zu arbeiten. Am Freitag hat Marco Weiss auch seinen zweiten deutschen Anwalt verloren. Er habe sein Mandat am Freitag "wegen der Medienpräsenz" des 18-Jährigen niedergelegt, teilte der Jurist Michael Nagel in Hannover mit.
Marco und sein Verleger hätten einem Fernsehsender ein Interview gegeben. Nagel hatte Weiss dagegen geraten, bis zum Abschluss des Verfahrens - der Prozess wird in den Türkei in Abwesenheit des Angeklagten fortgeführt und ist erst am Mittwoch auf den 10. April 2009 vertagt worden - die Medien zu meiden. Dazu sei dieser aufgrund von Verträgen mit Verlegern aber nicht mehr in der Lage. Der 18-jährige hat noch einen Anwalt in der Türkei, der aber offenbar bloß als Schnittstelle für die deutschen Juristen operierte.







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